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Die Ökobilanz

Die Erstellung einer Ökobilanz ist frühestens möglich, wenn die ersten ausgegebenen Noten einen gesamten Lebenszyklus durchlaufen haben. Sobald dies der Fall ist, wird die SNB für die 9. Banknotenserie eine solche erstellen.

Die Ökobilanz der 8. Banknotenserie

Die Schweizerische Nationalbank setzt im Jahresdurchschnitt fast 100 Tonnen neue Banknoten in Umlauf. Von den Publikationen abgesehen ist die Banknote ihr einziges physisches Produkt. Gut die Hälfte ihrer gesamten Betriebskosten entfällt auf den Bargeldverkehr. In ihrem Umweltleitbild verpflichtete sich die Nationalbank deshalb, dafür zu sorgen, "...dass unsere Banknoten möglichst umweltverträglich konzipiert, verteilt, verarbeitet und entsorgt werden. Vom Hersteller verlangen wir ökologisch günstige Produktionsverfahren."

Weil die Lieferanten der Nationalbank nicht zu einem Umweltmanagement-System verpflichtet werden können, liessen sich die ökologischen Anliegen nur im Rahmen einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf der Ebene des Produktes durchsetzen. Mit einer Produktökobilanz wurde 1999 der gesamte Lebenszyklus der 8. Emission der Schweizerischen Banknoten analysiert. In der Studiengruppe arbeiteten neben der Nationalbank und ihren Umweltberatern auch Vertreter der Papierlieferantin Landqart (www.landqart.ch) und der Notendruckerei Orell Füssli (www.ofs.ch) mit.

Abbildung: Die einzelnen Prozessschritte im Lebenszyklus der Banknoten.
*Der Prozessschritt Nummer 5 (Nutzung der Noten; Umlauf) wird in der Ökobilanz nicht betrachtet.

Die Produktökobilanz erfasst und zeigt die Umwelteinwirkungen des gesamten Lebenszyklus, welche von der Baumwollgewinnung über alle wichtigen Produktions-, Transport-, Lagerungs- und Verarbeitungsprozesse bis zur Verbrennung der vernichteten Banknoten geht ("from the cradle to the grave"). Der Notenumlauf – die Nutzung der Noten durch das Publikum – wird nicht betrachtet.

Die Aussagekraft der Studie ist zwar begrenzt, trotzdem erlauben uns die Resultate, eine Reihe von Fragen zu beantworten wie zum Beispiel:

Wie umweltbelastend sind unsere Banknoten?

Unsere Banknoten sind kein besonders umweltkritisches Produkt. Trotzdem entspricht die Umweltbelastung der Banknoten etwa zwei Dritteln der gesamten Umweltbelastung der Nationalbank gemäss jährlicher Betriebsökobilanz. Für diesen überraschend hohen Wert ist einerseits die grosse Menge der umgesetzten Noten und andererseits der hohe Stromverbrauch vor allem bei Lagerung und Verarbeitung ausschlaggebend.

Könnte man die Banknoten nicht einfach kompostieren anstatt sie zu verbrennen?

Entgegen weit verbreiteten Erwartungen ist die Art der Entsorgung unseres Notengeldes ökologisch von geringer Bedeutung. Diese Aussage ist gerechtfertigt, obwohl für den Verbrennungsprozess mangels besserer Angaben von den Werten normalen bedruckten Altpapiers ausgegangen werden musste. Massnahmen, die hier ansetzen, würden also keine merklichen Verbesserungen bringen.

Ausführlichere Informationen zur Produktökobilanz bietet ein Beitrag im Quartalsheft 3/2000:

Lebenszyklus der Schweizer Banknoten
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