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Wird es den Franken bald nur noch digital geben?

Anders als noch vor ein paar Jahrzehnten, als hauptsächlich mit Münzen und Banknoten bezahlt wurde, gibt es heute eine Vielzahl an digitalen Zahlungsmitteln und Zahlungen werden oft bargeldlos durchgeführt. Mit der zunehmenden Digitalisierung, die auch den Zahlungsverkehr erfasst hat, entwickeln auch Zentralbanken ihre Zahlungsmittel weiter.

Central Bank Digital Currency (CBDC) ist digitales Zentralbankgeld, das die heute gebräuchlichen Formen von Zentralbankgeld – Bargeld und Sichtguthaben bei der Zentralbank – in Zukunft ergänzen könnte. Es gibt zwei Formen von CBDC, die sich stark voneinander unterscheiden: Retail CBDC und Wholesale CBDC.

Wird es allmählich Zeit, dass die Schweizerische Nationalbank einen digitalen Franken einführt?

Retail CBDC steht für digitales Zentralbankgeld, das einer breiten Öffentlichkeit verfügbar ist. Es kann von Personen sowie Unternehmen für alltägliche Transaktionen und zur Wertaufbewahrung eingesetzt werden.

Die Einführung von Retail CBDC könnte je nach Ausgestaltung weitreichende Folgen für das Finanzsystem, die Geldpolitik und die Finanzstabilität haben: So könnten sich dadurch die Einlagen bei den Banken verringern, und die Kosten, sich Geld zu beschaffen und liquide zu bleiben, würden für die Banken wohl steigen. Dies könnte es der Zentralbank erschweren, ihre Geldpolitik umzusetzen, da geldpolitische Massnahmen weniger wirksam über die Banken weitergegeben würden. 

Ausserdem würde die Einführung eines Retail CBDC für die Wirtschaft grössere Umstellungen bedeuten. Die Schweiz verfügt schon heute über einen modernen und zuverlässigen Zahlungsverkehr. Es existieren etablierte elektronische Möglichkeiten für Zahlungen zwischen Privatpersonen und Unternehmen. Mit der Einführung von Instant-Zahlungen hat die SNB ausserdem die Grundlagen für eine Abwicklung von Zahlungen in Echtzeit und in Zentralbankgeld geschaffen. Aus diesen Gründen sieht die SNB zum jetzigen Zeitpunkt keine klaren Vorteile eines von der Zentralbank ausgegebenen digitalen Frankens für die breite Öffentlichkeit.

Unter Wholesale CBDC versteht man eine digitale Form von Zentralbankgeld, die ausschliesslich Finanzinstituten wie Banken zur Verfügung steht. Das heisst, der Zugang zu Wholesale CBDC ist beschränkt. 

Die SNB war schon früh der Meinung, dass digitales Notenbankgeld vor allem in Form von Wholesale CBDC einen Mehrwert bieten kann, damit Zahlungen zwischen den Finanzinstituten auch auf einer Blockchain in Zentralbankgeld erfolgen können. Entsprechend engagiert sie sich in verschiedenen Projekten in diesem Bereich. Ziel von Pilotprojekten ist es, abzuklären, ob sich mit Wholesale CBDC die Effizienz und Sicherheit des Finanzsystems, und auch von internationalen Zahlungen, erhöhen lässt. Es gilt zu ermitteln, ob diese digitale Form von Zentralbankgeld zu einer weiteren Modernisierung des Zahlungssystems beitragen könnte.

Da Wholesale CBDC die Komplexität grenzüberschreitender Zahlungen reduzieren und direkte Transaktionen zwischen Banken ermöglichen könnte, würden somit auch die Kosten und Risiken internationaler Zahlungen sinken. Die bisherigen Projekte der SNB und anderer Zentralbanken sind allerdings noch reine Experimente.

Retail CBDC

  • Wofür wird es verwendet?: Alltägliche Zahlungen wie Online-Käufe und Überweisungen
  • Wer kann es verwenden?: Privatpersonen und Unternehmen
  • Vorteile: Keine klaren Vorteile. Firmen und Personen stehen neben Bargeld schon heute eine Vielfalt bargeldloser Zahlungsinstrumente zur Verfügung
  • Risiken: Mögliche Gefahr für die Finanzstabilität, grosse Umstellung und Kosten für die Wirtschaft

Wholesale CBDC

  • Wofür wird es verwendet?: Zahlungen zwischen Finanzinstituten (z. B. Banken)
  • Wer kann es verwenden?: Nur Finanzinstitute
  • Vorteile: Mögliche Steigerung der Effizienz und Sicherheit des Finanzsystems
  • Risiken: Unklar, ob eine Einführung wirklich zu einer Modernisierung des Zahlungsverkehrs führen würde

 

Aktuelle Projekte

Die SNB testet im Projekt Helvetia, wie Zentralbankgeld für Zahlungen zwischen Finanzinstituten für Transaktionen auf einer Blockchain zur Verfügung gestellt werden kann. Dazu wurde auch die Einführung von Wholesale CBDC in das bestehende Finanzsystem getestet. Das Projekt wurde Ende Juni 2025 um zwei Jahre verlängert. Die Fortsetzung bedeutet jedoch nicht, dass die SNB Wholesale CBDC dauerhaft einführen wird. Mit dem Helvetia-Pilotbetrieb unterstützt die Nationalbank Innovationen am Schweizer Finanzmarkt. Die SNB nimmt zudem an grenzüberschreitenden CBDC-Projekten teil, darunter am Projekt Agorá. Dieses Projekt wird vom BIZ-Innovation-Hub geleitet.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt Helvetia

Kryptowährungen

Im Gegensatz zu digitalem Zentralbankgeld werden Kryptowährungen dezentral von einem Netzwerk aus Nutzern oder auch von klar identifizierbaren Unternehmen herausgegeben. Kryptowährungen sind nicht an eine Landeswährung gekoppelt. Ihr Wert ist sehr volatil, da das Angebot nicht flexibel auf die Nachfrage reagieren kann. Dadurch können sie in kurzer Zeit stark an Wert gewinnen oder verlieren. Zudem verfolgen Kryptowährungen in der Regel das Ziel, ein vom Staat unabhängiges Zahlungsmittel zu schaffen, das ohne Zentralbank und traditionelle Banken funktioniert.

Bei Stablecoins handelt es sich um eine Kategorie von Kryptowährungen, die vorwiegend an etablierte Währungen wie den US-Dollar oder den Euro gekoppelt sind. Durch die Anbindung sind sie darauf ausgelegt, ihren Wert stabil zu halten. Anders als CBDC werden Stablecoins nicht von einer Zentralbank ausgegeben, sondern von privaten Unternehmen. 

Wie steht es um die Zukunft von Bargeld?

In der Schweiz spielt Bargeld weiterhin eine wichtige Rolle (Zahlungsmittelumfrage bei Privatpersonen 2025). Die SNB ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Bargeldversorgung der Schweiz sicherzustellen, und wird diesem Mandat auch weiterhin nachgehen.

Gut zu wissen

Die Schweizerische Nationalbank führt regelmässig eine Umfrage zu den Zahlungsmitteln bei Privatpersonen in der Schweiz durch (Zahlungsmittelumfrage bei Privatpersonen). Bei Zahlungen vor Ort wurde Bargeld in den vergangenen Jahren weniger genutzt, während bargeldlose Zahlungsmittel weiter zulegen konnten. Die Debitkarte ist nun das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel. Insbesondere Bezahl-Apps gewinnen weiter an Beliebtheit. Trotz dieser Entwicklung möchte die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, dass Bargeld weiterhin als Zahlungsmittel zur Verfügung steht.

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