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Quartalsheft 2/2026

24. Juni 2026

Bericht über die Geldpolitik

Bericht für die vierteljährliche Lagebeurteilung des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank vom Juni 2026

Der Bericht beschreibt die wirtschaftliche und monetäre Entwicklung und erläutert die Inflationsprognose. Er zeigt, wie die SNB die Wirtschaftslage beurteilt und welche Konsequenzen sie daraus für die Geldpolitik ableitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nationalbank beschloss am 18. Juni 2026, den SNB-Leitzins bei 0% zu belassen. Der mittelfristige Inflationsdruck hat sich gegenüber der letzten Lagebeurteilung praktisch nicht verändert. Die Geldpolitik der Nationalbank ist angemessen, um die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und sie stützt die Wirtschaftsentwicklung. Bei Bedarf ist die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt zu intervenieren, erhöht.
  • Die Weltwirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 solide, das Wachstum hat sich seither aber etwas abgeschwächt. Die Inflation ist über die vergangenen Monate in vielen Ländern angestiegen. Aufgrund des Konflikts im Nahen Osten und der stark gestiegenen Rohstoffpreise dürfte das Wachstum der Weltwirtschaft kurzfristig moderater ausfallen als noch in den Vorquartalen. Zudem dürfte die Inflation vorerst erhöht bleiben.
  • In der Schweiz wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) im ersten Quartal 2026 solide. In den kommenden Quartalen dürfte die moderatere Entwicklung der Weltwirtschaft das Wachstum in der Schweiz dämpfen, während die Geldpolitik der SNB stützend wirkt. Mittelfristig liefert die erwartete Verbesserung der internationalen Konjunktur einen Wachstumsimpuls. Die SNB rechnet mit einem BIP-Wachstum von rund 1% für 2026 und von rund 1,5% für 2027.
  • Die Inflation in der Schweiz nahm von 0,1% im Februar auf 0,6% im Mai zu. Dieser Anstieg ist auf die importierte Teuerung zurückzuführen, die aufgrund der deutlich gestiegenen Preise von Erdölprodukten markant zunahm. Die Inflationserwartungen lagen im Bereich der Preisstabilität. Allerdings stiegen die kurzfristigen Inflationserwartungen mit der Zunahme der Energiepreise an.
  • Die Unsicherheit bezüglich der Wirtschaftsaussichten für die Welt und die Schweiz ist vor allem wegen der nach wie vor fragilen Situation im Nahen Osten weiterhin hoch.
  • Verglichen mit Mitte März veränderte sich die Renditekurve eidgenössischer Anleihen kaum, während der Franken etwas an Wert verlor. Die Kurse am Schweizer Aktienmarkt und die Preise für Wohnimmobilien stiegen an. Die Wachstumsdynamik der breit gefassten Geldmengen und der Hypothekarkredite stabilisierte sich.

Konjunktursignale

Ergebnisse aus den Unternehmensgesprächen der SNB
Zweites Quartal 2026

Bericht der Delegierten für regionale Wirtschaftskontakte für die vierteljährliche Lagebeurteilung des Direktoriums der SNB. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen beruhen auf Informationen von Mitgliedern von Unternehmensleitungen in der ganzen Schweiz. Bei ihrer Auswertung aggregiert und interpretiert die SNB die erhaltenen Informationen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Wirtschaft wächst den Gesprächen zufolge im zweiten Quartal solide. Dienstleistungsunternehmen und die Bauwirtschaft verzeichnen ein robustes Umsatzwachstum. Hingegen legen die Umsätze in der Industrie nur moderat zu. Bei einigen Unternehmen dämpft die Situation im Nahen Osten die im Vorquartal erkennbaren Erholungstendenzen.
  • Die Unternehmen bleiben zuversichtlich und erwarten in den kommenden Quartalen robust steigende Umsätze, wenngleich eine gewisse Eintrübung gegenüber den sehr optimistischen Erwartungen zu Beginn des Jahres festzustellen ist. Die Unsicherheit wird als hoch eingeschätzt.
  • Die Sperrung der Strasse von Hormus macht sich bei den Einkaufspreisen der Unternehmen deutlich bemerkbar. Der Import von Vorleistungsgütern verteuert sich aufgrund höherer Energie- und Transportkosten. Auch bei den Verkaufspreisen erwarten die Unternehmen eine Zunahme, wenn auch in geringerem Umfang als bei den Einkaufspreisen.
  • Die Inflationserwartungen der Unternehmen sind für die kurze Frist merklich gestiegen, haben sich für die mittlere Frist aber nur leicht erhöht. Auch die Lohnerwartungen haben sich nur wenig verändert. Nach wie vor gehen die Unternehmen lediglich von moderat steigenden Löhnen im kommenden Jahr aus. Die Rekrutierungssituation wird als vergleichsweise entspannt bezeichnet.

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