Emphase GmbH wird neue Banknotenserie gestalten
Sehr geehrte Damen und Herren
Sébastien Kraenzlin und ich begrüssen Sie herzlich zum heutigen Mediengespräch der Schweizerischen Nationalbank.
Vor anderthalb Jahren hat die Nationalbank bekannt gegeben, dass sie eine neue - die zehnte - Banknotenserie entwickeln wird. Um die geeignetsten Kandidatinnen und Kandidaten für die Gestaltung zu finden, hat die SNB einen Wettbewerb durchgeführt.
Gewinnerin des Gestaltungswettbewerbs
Es ist uns eine grosse Freude, Ihnen heute die Gewinnerin des Wettbewerbs vorzustellen: Es ist die Emphase GmbH mit dem Entwurf J, der unter der Leitung von Fabienne Kilchör und Sébastien Fasel konzipiert wurde. Er konnte sich gegen qualitativ hochwertige Entwürfe der Mitbewerberschaft durchsetzen. Als einziger rangierte der Entwurf J der Emphase GmbH sowohl in der Bevölkerungsumfrage als auch in der Beurteilung durch einen externen Beirat jeweils unter den drei bestbewerteten Entwürfen.
Fabienne Kilchör und Sébastien Fasel haben das von der SNB vorgegebene Thema der neuen Banknotenserie "Die Schweiz und ihre Höhenlagen" überzeugend umgesetzt. Ihr Entwurf stellt die sechs Höhenlagen - Tieflagen, Mittelland, Jura, Voralpen, Gebirge und Hochgebirge - entsprechend den Vorgaben dar und zeigt auf, wie die Menschen in Verbindung mit der Natur in den unterschiedlichen Höhenabschnitten leben: Auf den Vorderseiten der verschiedenen Stückelungen sind Pflanzen, die in den jeweiligen Höhenlagen heimisch sind, massstabsgetreu dargestellt. Auf den Rückseiten bilden typische Landschaften und Bauten Lebensräume für Mensch und Tier. Verkehrsmittel verbinden die vielschichtige Schweiz - und sinnbildlich die verschiedenen Noten zu einer Familie. Ergänzende Elemente laden zur Erkundung unseres Landes ein. Grafisch überzeugt der Entwurf J durch seine eigenständige Bildsprache, das ausgewogene Zusammenspiel der abgebildeten Komponenten und die hohe gestalterische Dichte. Technisch eignet er sich besonders gut für die gestalterische Weiterentwicklung zu Banknoten.
Überblick zum Gestaltungswettbewerb
Für die Teilnahme am Wettbewerb konnten sich alle in der Schweiz tätigen Gestalterinnen und Gestalter bewerben. Es sind über dreihundert Bewerbungen eingegangen, aus denen die Nationalbank die zwölf besten Bewerbungen ausgewählt hat. Bei der Wahl waren Kriterien wie die Qualität der bisherigen Arbeiten, die gestalterische Kreativität und die fachliche Qualifikation ausschlaggebend. Die zum Wettbewerb zugelassenen Gestalterinnen und Gestalter konnten ihre Entwürfe von Februar bis Ende Juli 2025 ausarbeiten.
Anschliessend veröffentlichte die Nationalbank die eingereichten Entwürfe und führte eine Umfrage in der Bevölkerung durch. Die Bevölkerung erhielt damit die Gelegenheit, die Entwürfe zu bewerten und ihre Meinung zu äussern. Parallel dazu erfolgte die Bewertung durch einen Beirat aus externen Fachpersonen. Die Meinung der Bevölkerung und die Bewertung des Beirats flossen je zu gleichen Teilen in die Entscheidung ein. Die sechs besten Entwürfe gelangten in eine zweite Wettbewerbsstufe: In dieser Phase stellten sich die Gestalterinnen und Gestalter der SNB und dem Beirat vor, präsentierten ihre Konzepte und unterbreiteten ihre finanziellen Angebote.
Bevölkerungsumfrage
Banknoten spielen im Alltag eine wichtige Rolle, in erster Linie natürlich, wenn damit bezahlt wird. Unsere Banknoten sind aber auch ein Aushängeschild für die Schweiz und eine Art Bindeglied zwischen der Nationalbank und der Bevölkerung. Sie sollen zwar mit erster Priorität sicher und praktisch sein, aber sie sollen auch gefallen. Deshalb war es uns ein besonderes Anliegen, die Meinung der Bevölkerung in die Beurteilung der Entwürfe einfliessen zu lassen. Hierzu führten wir vom 13. August bis zum 7. September 2025 eine Umfrage in der Bevölkerung durch. Dass über 100'000 Personen an der Umfrage teilnahmen, freute uns ausserordentlich. Ergänzend zur Bewertung der Entwürfe erhielten wir aus der Bevölkerung wertvolle Rückmeldungen zur Gestaltung der Banknoten - sowohl über die Umfrage als auch durch spontane Reaktionen. Bezüglich Sprachregionen, Geschlecht und Alter ergab sich ein ausgewogenes Abbild der Schweizer Bevölkerung. Wir werden dieses Feedback bei der gestalterischen Weiterentwicklung berücksichtigen.
Aus der Umfrage ging hervor, dass die Bevölkerung die Entwürfe K (1. Rang), B (2. Rang) und J (3. Rang) favorisierte.
Bewertung durch den Beirat
Parallel zur Bevölkerungsumfrage bewerteten sechs Personen aus den Bereichen Kultur, Grafik und Druck, Philosophie, Kommunikation und Banknotenentwicklung die Banknotenentwürfe. Dabei prüften sie die Entwürfe hinsichtlich der Kriterien Kreativität, gestalterische Qualität und Umsetzung des vorgegebenen Themas. Die Bewertung des Beirats erfolgte unabhängig zur Bevölkerungsumfrage, deren Ergebnis dem Beirat nicht bekannt war.
Der Beirat favorisierte die Entwürfe H (1. Rang), J (2. Rang) und L (3. Rang).
In den Worten des Beirats setzt der Entwurf J der Emphase GmbH das Thema die "Schweiz und ihre Höhenlagen" mit der Darstellung von heimischen Pflanzen, Insekten und Architekturelementen auf eigenständige Weise um. Gestalterisch und typografisch ist der Entwurf sehr präzise und filigran umgesetzt. Dadurch eignet er sich besonders gut für die Entwicklung von Banknoten. Das Konzept ist durchdacht und alle Gestaltungselemente sind gut aufeinander abgestimmt. Mit seiner Genauigkeit und Kunstfertigkeit bringt der Entwurf die Vielfalt und Qualität der Schweiz eindrücklich zum Ausdruck.
Ergebnis des Gestaltungswettbewerbs
Auch in der zweiten Wettbewerbsstufe schnitt die Emphase GmbH sehr gut ab. In dieser ging es um die Prüfung der möglichen Zusammenarbeit, des finanziellen Angebots sowie der Bereitschaft zu einer Weiterentwicklung der bestehenden Entwürfe.
Zusammenfassend überzeugte die Emphase GmbH sowohl durch die fachliche Qualifikation und die gestalterische Qualität ihrer Arbeit als auch in kommerzieller und organisatorischer Hinsicht und erzielte das beste Gesamtresultat. Gestützt auf das Wettbewerbsreglement flossen die Ergebnisse der ersten und der zweiten Wettbewerbsstufe zu 60% und 40% in das Endergebnis ein.
Auf dem zweiten Platz des Gestaltungswettbewerbs rangiert die Maxitype GmbH mit Entwurf L, auf dem dritten Rang die Norr Design AG mit Entwurf B.
Die SNB stellte für die drei besten Wettbewerbsbeiträge eine Prämie von 60'000 Franken bereit. Der Beirat hat entschieden, den ersten Rang mit 10'000 Franken und den zweiten und dritten Rang mit je 25'000 Franken zu prämieren. Mit dieser Verteilung trägt er dem Umstand Rechnung, dass die Gewinnerin den Auftrag zur Gestaltung der neuen Banknotenserie erhält.
Ausstellung
Dieser Wettbewerb wurde durch das Engagement vieler Beteiligter möglich gemacht. Unser Dank geht an die Bevölkerung für ihr grosses Interesse sowie den Beirat für seine wertvolle Unterstützung.
Die Nationalbank bedankt sich ebenfalls bei allen Teilnehmenden für die Eingabe ihrer kreativen und qualitativ hochstehenden Entwürfe. Als Zeichen der Wertschätzung stellt sie die zwölf Entwürfe aller Gestalterinnen und Gestalter im Forum SNB an der Fraumünsterstrasse 8 in Zürich aus.
Die Ausstellung wird der Öffentlichkeit ab morgen, dem 5. bis zum 15. März täglich jeweils von 9.30 bis 16.30 Uhr zugänglich sein.
Schlusswort
In den kommenden Monaten wird der Entwurf inhaltlich, grafisch und sicherheitstechnisch weiterentwickelt. Das endgültige Design der Banknoten kann sich noch deutlich von den eingereichten Entwürfen unterscheiden. Abschliessend wird der Bankrat über die Gestaltung der Banknoten entscheiden. Die Nationalbank erwartet, dass die neuen Banknoten frühestens Anfang der 2030er-Jahre ausgegeben werden.
Meine Damen und Herren, es ist noch ein langer Weg, bis wir die neuen Banknoten in unseren Händen halten werden. Die Vorfreude darauf ist ungebrochen gross. Die Nationalbank ist überzeugt, dass Bargeld auch in Zukunft seine wichtige Rolle als Zahlungsmittel und zur Wertaufbewahrung behalten wird. Deshalb sind die sicherheitstechnische Weiterentwicklung und die Neugestaltung der Banknoten zentral. Dies entspricht auch dem Mandat der SNB, die Bargeldversorgung zu gewährleisten. Die Nationalbank wird die Öffentlichkeit auch künftig über den Fortschritt der Arbeiten informieren.
Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit.