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Die Geldpolitik der SNB und der Finanzplatz Schweiz

Rencontres économiques de Genève, première édition, 03.11.2015

  • Vollständiger Text in Englisch: "The SNB's monetary policy and the Swiss financial centre "
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  • Vollständiger Text in Französisch: "Politique monétaire de la BNS et place financière suisse"
    PDF (275 KB)

Die Aktivitäten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und des Schweizer Finanzsektors sind eng miteinander verbunden. Die SNB fungiert als Bank der Banken und bietet Gewähr für eine stabile Währung, für die Versorgung mit Liquidität und für ein Zahlungssystem, auf das sich die Banken verlassen können. Indem sie Preisstabilität sicherstellt und zur Finanzstabilität beiträgt, schafft die SNB passende Rahmenbedingungen für das Gedeihen des Finanzsektors. Der Finanzsektor seinerseits wirkt als Intermediär zwischen den geldpolitischen Entscheiden der SNB und der Wirtschaft als Ganzem. Er trägt zum effizienten Funktionieren des Wirtschaftssystems sowie zum Wohlstand unseres Landes bei.

Die langfristigen Ziele der SNB und des Bankensektors gehen zumeist Hand in Hand. Monetäre Stabilität und ein starker Finanzsektor liegen in unserem gemeinsamen Interesse. Die Vorteile einer eigenen Währung und einer eigenständigen Geldpolitik können jedoch in Krisenzeiten zu beträchtlichen Kosten führen. Seit Beginn der Finanzkrise ist die Schweiz von den internationalen Turbulenzen besonders stark betroffen. Die gesamte Schweizer Wirtschaft hat sich auf neue internationale monetäre Rahmenbedingungen und einen deutlich überbewerteten Franken einstellen müssen. Für die einheimische Wirtschaft ist es entscheidend, dass sich der Schweizer Finanzsektor dem veränderten Umfeld anpasst und die gegenwärtigen Herausforderungen meistert.

Die SNB hat ihre Geldpolitik auf die neue und schwierige internationale Situation ausgerichtet. Sie zielt darauf ab, ihre geldpolitischen Massnahmen so zu gestalten, dass die schmerzhaften Anpassungskosten möglichst niedrig gehalten werden, während die durch die unabhängige Geldpolitik der vergangenen vier Jahrzehnte erzielte Stabilität gewahrt bleibt. Die beiden Säulen ihrer gegenwärtigen Geldpolitik, nämlich Negativzinsen und die Bereitschaft, am Devisenmarkt aktiv zu sein, dienen dazu, die deutliche Überbewertung des Frankens zu reduzieren und die Preisstabilität langfristig zu gewährleisten.