Die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank und die Frankenkredite in Österreich

Thomas Jordan, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums

Veranstaltung "Fremdwährungskredite" der Österreichischen Nationalbank, Innsbruck, 03.10.2005

In Österreich ist der Trend ungebrochen, Kredite in Franken und Yen aufzunehmen. Die Kreditnehmer, ein Grossteil davon Private, versuchen dadurch von den tieferen Zinsen in der fremden Währung gegenüber dem Euro zu profitieren. Durch die Verschuldung in einer fremden Währung werden aber nicht unbeträchtliche Risiken eingegangen.

In der Schweiz sind Fremdwährungskredite eine Randerscheinung. Sie werden meist von Unternehmen bezogen und sind in aller Regel auf die grenzüberschreitende Geschäftstätigkeit des Kreditnehmers zurückzuführen. Die Hypothekarforderungen in der Schweiz lauten praktisch ausschliesslich auf Franken.

Ob sich für einen österreichischen Kreditnehmer ein Frankenkredit gegenüber einem Eurokredit lohnt, hängt von den Entwicklungen beim Wechselkurs und bei der Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen ab. Sowohl der Wechselkurs als auch die Zinsdifferenz werden von der Geldpolitik beeinflusst. Ein gutes Verständnis der schweizerischen Geldpolitik ist daher für Kreditnehmer und Kreditgeber von Frankenkrediten in Österreich sehr wichtig.