Maschinenlesbare Angaben zu Klimabelangen
Die in dieser Datei aufgeführten maschinenlesbaren Angaben zu Klimabelangen stellen einen Auszug des Kapitels 5 "Umwelt und Klima" aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2025 der Schweizerischen Nationalbank dar.
Der vollständige Nachhaltigkeitsbericht 2025 kann im pdf-Format von der Webseite in der Rubrik "Nachhaltigkeitsberichte" heruntergeladen werden.
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5 Klima und Umwelt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Nationalbank berücksichtigt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags mögliche Folgen des Klimawandels und der Klimapolitik für die Geldpolitik, die Finanzstabilität sowie die Verwaltung der Währungsreserven.
- Im Rahmen ihres Mandats beteiligt sich die SNB am multilateralen Dialog zu klimabedingten Finanzrisiken und engagiert sich hierfür in internationalen Gremien mit dem Ziel, globale und zielgerichtete Ansätze im Umgang mit Klimarisiken zu unterstützen sowie Erfahrungen auszutauschen und das eigene Wissen zu erweitern.
- Zur Reduktion betrieblicher Treibhausgasemissionen auf Netto-Null bis spätestens 2050 setzt die Nationalbank einen Transitionsplan um. Wichtige Massnahmen im Berichtsjahr waren die Steigerung der Energieeffizienz in ihren Gebäuden, die Nutzung emissionsarmer Fahrzeuge sowie die Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage.
5.1 Klimawandel und die SNB
Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures
In diesem Kapitel werden verschiedene Aspekte des Themas Klimawandel ausgeführt, die für die SNB besonders relevant sind. Das Kapitel orientiert sich an den TCFD-Empfehlungen. Diese umfassen Angaben zur klimabezogenen Governance-Struktur, zu Auswirkungen von Klimarisiken und -opportunitäten auf die Geschäftsstrategie und zum Umgang mit diesen. Weitere Themen sind die Integration von Klimaaspekten in das Risikomanagement sowie klimabezogene Kennzahlen und Zielsetzungen. Die TCFD-Empfehlungen werden so weit umgesetzt, wie sie aufgrund des Auftrags der SNB anwendbar sind. So verfolgt die Nationalbank beispielsweise keine Geschäftsstrategie, sondern erfüllt die ihr von der Bundesverfassung und dem Nationalbankgesetz auferlegten Aufgaben.
Verankerung in der Nationalbank
Die Nationalbank beschäftigt sich sowohl im Rahmen ihrer betrieblichen Tätigkeiten als auch im Zusammenhang mit der Ausübung ihres Mandats mit dem Thema Klimawandel. Entsprechend sind verschiedene Bereiche innerhalb der SNB betroffen. Das Kapitel 5.2 «Klimabezogene Governance» beschreibt, wie Verantwortlichkeiten und Kompetenzen bezüglich Klimaaspekten innerhalb der SNB geregelt sind.
Klimawandel und der Betrieb der SNB
Im Betrieb liegt der Schwerpunkt der Handlungen seit Jahren auf der kontinuierlichen Reduktion der Treibhausgasemissionen. Getreu ihrem Leitbild, die betrieblichen Leistungen möglichst ressourcenschonend zu erbringen, führte die Nationalbank bereits 1996 ein Umweltmanagementsystem ein. Damit werden die Verbräuche von Energie, Wasser und Betriebsmitteln sowie der verursachte Abfall und der Geschäftsverkehr erfasst und auf dieser Grundlage Reduktionsmassnahmen festgelegt und umgesetzt.
Im Einklang mit den TCFD-Empfehlungen sowie weiterführenden Bestimmungen des revidierten Obligationenrechts entwickelte die Nationalbank 2023 einen Transitionsplan, mit dem sie aufzeigt, wie betriebliche Treibhausgasemissionen bis spätestens 2050 in Richtung Netto-Null reduziert werden. Im Kapitel 5.3 «Betriebliche Umwelt- und Klimaaspekte» werden sowohl die Entwicklungen der betrieblichen Umweltauswirkungen und Treibhausgasemissionen der letzten Jahre beschrieben als auch der Transitionsplan, die darin genutzten Kennzahlen sowie die definierten Ziele dargelegt.
Klimawandel und das Mandat der SNB
Die Geld- und Währungspolitik der Nationalbank sowie deren Umsetzung sind Gegenstand des Rechenschaftsberichts und werden in diesem detailliert erläutert. Die Ausführungen im nachfolgenden Abschnitt geben klimabezogene Passagen aus dem Rechenschaftsbericht wieder, die hinsichtlich der TCFD-Empfehlungen besonders relevant sind.
Die Nationalbank berücksichtigt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags mögliche Folgen des Klimawandels und der Klimapolitik für die Geldpolitik, die Finanzstabilität sowie die Verwaltung der Währungsreserven.
Die Auswirkungen des Klimawandels sowie die Klimapolitik können weitreichende Folgen für die Wirtschaft und die Finanzmärkte haben. So können extreme Wetterereignisse die Wirtschaft und die Preise kurzfristig beeinflussen, indem sie Schäden an der Infrastruktur verursachen oder Lieferketten beeinträchtigen.
Langfristig kann ein Temperaturanstieg zu strukturellen Veränderungen in verschiedenen Wirtschaftssektoren führen und die Produktivität sowie das Wirtschaftswachstum beeinflussen. Darüber hinaus können politische Massnahmen für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu Preisänderungen bei gewissen Gütern, insbesondere im Energiesektor, führen. Die Nationalbank analysiert die Auswirkungen des Klimawandels sowie die Klimapolitik im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags und berücksichtigt die Folgen, die sich daraus für die Geldpolitik ergeben können.
Im Rahmen ihres Mandats analysiert die Nationalbank auch klimabezogene Risiken für die Finanzstabilität. Der Klimawandel kann das Geschäft der Banken beeinträchtigen, u. a. durch Abschreibungen auf Kredite oder durch Handelsverluste aufgrund von Bewertungskorrekturen an den Finanzmärkten.
Die Nationalbank konzentriert sich im Rahmen ihrer Analyse von Klimarisiken aus der Perspektive der Finanzstabilität insbesondere auf die Frage, ob der Finanzsektor adäquat auf klimabedingte Risiken vorbereitet ist. Sie steht dabei im Austausch mit der FINMA, dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), dem Bundesamt für Statistik (BFS), dem Bundesamt für Energie und anderen externen Fachstellen. Im Berichtsjahr schloss die Nationalbank zusammen mit der FINMA ein Projekt ab, um die klimabedingten Transitionsrisiken im Unternehmenskreditportfolio der UBS besser beurteilen zu können. Die Analyse basierte auf den Transitionsszenarien des Network for Greening the Financial System (NGFS). Weiterführende Informationen hierzu sind im Bericht zur Finanzstabilität 2025 enthalten.
Klimarisiken und Anpassungen der Klimapolitik können Marktschwankungen auslösen oder verstärken und die Attraktivität von Anlagen beeinflussen. Aus Anlagesicht unterscheiden sich solche Risiken nicht fundamental von anderen finanziellen Risiken. Die SNB bewirtschaftet die Risiken, u. a. indem sie die Anlagen breit diversifiziert investiert. Informationen zur Strategie bezüglich des Umgangs mit klimabedingten Risiken bei der Verwaltung der Devisenreserven sowie zu den von TCFD empfohlenen Emissionskennzahlen finden sich im Kapitel 5.4 «Klimaaspekte der Anlagen».
Die Nationalbank verfolgt die neusten Entwicklungen und Erkenntnisse zum Klimawandel und tauscht sich zu diesem Zweck regelmässig mit anderen Zentralbanken und Institutionen sowie der Wissenschaft aus, wie im Rechenschaftsbericht beschrieben wird. Im Kapitel 5.5 des Nachhaltigkeitsberichts, «Internationale Zusammenarbeit zu Klimarisiken», werden klimarelevante Themen beleuchtet, bei denen sich die Nationalbank im Rahmen der internationalen Währungskooperation engagiert.
5.2 Klimabezogene Governance
Organisationsstruktur der SNB
Die interne Organisation der Nationalbank wird durch das Nationalbankgesetz definiert und im Organisationsreglement der SNB präzisiert. Die Organe sowie die Kompetenzordnung werden im Finanzbericht der SNB erläutert. In Bezug auf Klimabelange haben die Organe folgende Kompetenzen:
Das Erweiterte Direktorium ist für die Ausgestaltung der betrieblichen Klimastrategie und die Festlegung der betrieblichen Klimaziele verantwortlich. Gleichzeitig überwacht es die jährlich erzielten Fortschritte der betrieblichen Nachhaltigkeitsleistungen.
Das Direktorium verantwortet den jährlich publizierten Rechenschaftsbericht. Dieser legt dar, dass die SNB im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags mögliche Auswirkungen des Klimawandels und der Klimapolitik auf die Volkswirtschaft und somit auf die Geldpolitik beurteilt. Ebenso verabschiedet das Direktorium den jährlichen Bericht zur Finanzstabilität, der Analysen klimabezogener Risiken für die Finanzstabilität enthält. Zudem genehmigt das Direktorium den jährlich publizierten Nachhaltigkeitsbericht in erster Instanz. Ebenfalls in die Kompetenz des Direktoriums fällt die Definition der Anlagepolitik. Dadurch bestimmt es auch die Ausgestaltung der Anlagestrategie.
Der Bankrat verabschiedet den Nachhaltigkeitsbericht in zweiter Instanz abschliessend. Ebenfalls überwacht er das Risikomanagement in Zusammenhang mit den Anlagen, das sämtliche finanziellen Risiken der Anlagen der Nationalbank erfasst. Klimabedingte Risiken werden als Bestandteil der finanziellen Risiken betrachtet. Die Ausschüsse des Bankrats unterstützen den Bankrat in seiner Überwachungs- und Aufsichtsfunktion.
Interne Arbeitsgruppen zu klimabezogenen Aspekten
Im Rahmen der internen Organisation hat die SNB Arbeitsgruppen geschaffen, die sich mit Fragen des Klimawandels befassen.
Die departementsübergreifende Steuergruppe «Klimawandel» ist für den Informationsaustausch und die Koordination der Arbeiten und Aktivitäten der SNB mit Bezug zum Klimawandel zuständig. Die Steuergruppe setzt sich aus den Leiterinnen und Leitern derjenigen Einheiten zusammen, für deren Auftragserfüllung das Thema relevant ist. Die Steuergruppe wird von einem stellvertretenden Mitglied des Direktoriums geleitet.
Das Komitee «Nicht-finanzielle Aspekte der Aktivenbewirtschaftung» befasst sich mit allen Aspekten der Aktivenbewirtschaftung, die über die klassischen finanziellen Überlegungen hinausgehen. Es koordiniert alle Arbeiten, die nicht im Zusammenhang mit Allokationsentscheiden stehen, also u. a. die Prozesse zur Einhaltung börsenrechtlicher und regulatorischer Vorgaben, zur Ausübung der Stimmrechte, zur Umsetzung der Ausschlusspolitik sowie zu Analysen über Nachhaltigkeitsthemen im Anlagebereich. Das Komitee setzt sich zusammen aus den Leiterinnen und Leitern der Einheiten Risikomanagement, Asset Management und Recht.
5.3 Betriebliche Umwelt- und Klimaaspekte
5.3.1 Entwicklung der betrieblichen Kennzahlen
Die folgenden Abschnitte beschreiben, anhand welcher Kennzahlen die betrieblichen Umweltauswirkungen erfasst und wie die Treibhausgasemissionen entsprechend berechnet werden. Zudem wird auf die wesentlichen Entwicklungen im Berichtsjahr eingegangen.
Geltungsbereich
Der Geltungsbereich der Umweltdaten bezieht sich auf die betrieblichen Prozesse der Nationalbank, die hauptsächlich an den Standorten Bern und Zürich stattfinden. Dazu gehören auch die Verarbeitung und Verteilung der Banknoten sowie deren Vernichtung und nachfolgende Entsorgung. Ebenfalls innerhalb des Geltungsbereichs liegen der Geschäftsverkehr, die von der SNB genutzten Rechenzentren, die Stiftungen Hasli-Zentrum und Studienzentrum Gerzensee, die sechs SNB-Vertretungen in Basel, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern und St. Gallen sowie die SNB-Niederlassung in Singapur.
Betriebliche Umweltkennzahlen
Für die Berechnung und Darstellung der betrieblichen Umweltkennzahlen orientiert sich die SNB am Standard des «Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten» (VfU), der bei Finanzinstituten breit anerkannt ist. Die betriebsökologischen Kennzahlen werden im Rahmen des Umweltmanagements auf jährlicher Basis erhoben.
Der gesamte Energieverbrauch erhöhte sich im Berichtsjahr um 2,9% gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung ergibt sich hauptsächlich durch den gestiegenen Stromverbrauch in den Rechenzentren (+ 6,2%) und einen Anstieg der Heizgradtage um 7%. In den Gebäuden Zürich und Bern ist der Stromverbrauch leicht gesunken (– 2,6%), trotz höherer Präsenz der Mitarbeitenden im Büro (+ 4,8%).
Der Geschäftsverkehr der Nationalbank umfasst das Verkehrsaufkommen
der Mitarbeitenden im Geschäftsauftrag sowie die Bargeldtransporte. Er sank gegenüber dem Vorjahr um 9% auf 5,7 Mio. Kilometer. Im Vergleich zu 2024 nahm der Flugverkehr um 11,4% und der Strassenverkehr um 12,2% ab, während die Bahnreisen stabil blieben (+ 0,9%).
Der Pendelverkehr, der nicht Teil des Geschäftsverkehrs ist, wird grösstenteils mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Velo zurückgelegt. Die Mitarbeitenden profitieren von der zentralen Lage vieler SNB-Gebäude. Zudem werden ihnen ein SBB-Halbtax-Abonnement sowie, wo die Verhältnisse es zulassen, Abstellplätze für ihre Velos zur Verfügung gestellt.
| Betriebsökologische Kennzahlen 1 | |||
| 2024 | 2025 | Veränderung | |
| in Prozent | |||
| Energie (in MWh) | 11 401 | 11 730 | + 2,9% |
| Strom (in MWh) | 8 309 | 8 437 | + 1,5% |
| Wärme (in MWh) | 3 092 | 3 293 | + 6,5% |
| Geschäftsverkehr 2 (in tausend km) | 6 301 | 5 736 | – 9,0% |
| Papier (in kg) | 13 890 | 16 072 | + 15,7% |
| Wasser (in m3) | 16 917 | 19 018 | + 12,4% |
| Abfall 3 (in Tonnen) | 182 | 176 | – 3,2% |
| Kälte- und Löschmittelverluste (in kg) | 22,8 | 34,2 | + 50,0% |
1 Die Kennzahlen orientieren sich am Standard zur Messung der betrieblichen Umweltleistung des «Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten» (VfU-Kennzahlen 2025, www.vfu.de).
2 Der Geschäftsverkehr der SNB umfasst Flugreisen, Bahnreisen, Bargeldtransporte, betrieblich bedingte Fahrten mit dem Privatauto sowie Fahrten mit Geschäftsfahrzeugen.
3 Ohne Bauabfälle und Mehrweggetränkeverpackungen.
Der Verbrauch von Papier und Wasser nahm gegenüber dem Vorjahr um 15,7% bzw. um 12,4% zu. Beim Papier gab es im Berichtsjahr mehr Kopier- und Druckerpapierverbrauch sowie Drucksachen und gedruckte Publikationen. Der Wasserverbrauch nahm in den Gebäuden Zürich und Bern um 6,1% und im Studienzentrum Gerzensee um 23,8% zu, während er im Hasli-Zentrum stabil blieb.
Die Kältemittelverluste waren im Berichtsjahr aufgrund von Störfällen an zwei Standorten höher als im Vorjahr. Kältemittelverluste können grundsätzlich von Jahr zu Jahr stark variieren.
Betriebliche Treibhausgasemissionen nach Scopes
Die Nationalbank nutzt für die Berechnung ihrer Treibhausgasemissionen den «Standard zur Messung der betrieblichen Umweltleistung in Finanzinstituten» des VfU. Als Kennzahl werden die jährlichen, absoluten Emissionen in Tonnen CO₂-Äquivalenten verwendet.
Im Weiteren richtet sich die SNB am «Greenhouse Gas Protocol» aus, wonach die betrieblichen Emissionen in sogenannte Scopes eingeteilt werden. Danach wird zwischen direkten Emissionen (Scope 1), indirekten Emissionen durch den Bezug von Energie (Scope 2) sowie weiteren, indirekten Emissionen (Scope 3) unterschieden.
Die direkten Scope-1-Treibhausgasemissionen entstehen in den SNB-eigenen Gebäuden sowie in den Gebäuden der Stiftungen durch die Erzeugung von Wärme mit fossilen Brennstoffen, durch die Verluste von Kältemitteln sowie durch Testläufe der Netzersatzanlagen. Zudem entstehen Scope-1-Emissionen durch die betrieblich bedingten Fahrten mit der eigenen Fahrzeugflotte sowie durch Bargeldtransporte.
Die indirekten Scope-2-Treibhausgasemissionen durch den Energiebezug fallen bei der Produktion von Strom und Fernwärme für die Rechenzentren, für die SNB-eigenen Gebäude sowie für die Gebäude der Stiftungen bei den jeweiligen Lieferanten an.
Die weiteren, indirekten Scope-3-Treibhausgasemissionen entstehen in den eingemieteten Gebäuden der SNB sowie in vor- und nachgelagerten Stufen bei der Banknotenherstellung, der Energie- und Treibstoffproduktion, der Papierherstellung, der Wasseraufbereitung, dem übrigen Geschäftsverkehr sowie der Betriebsabfall- und Banknotenentsorgung.
Betriebliche Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen
Die Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen liegen im direkten Einflussbereich der Nationalbank. Daher werden die Entwicklungen in diesen Emissionskategorien zusammengefasst dargestellt.
Die Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen sanken 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,6% auf 250 Tonnen CO₂-Äquivalente. Reduktionen wurden in den Bereichen der Wärmeerzeugung mit Heizöl, dem Betrieb von Netzersatzanlagen und der SNB-Fahrzeuge erreicht. Zudem wechselte ein Rechenzentrum auf ein klimafreundlicheres Stromprodukt.
Der Vergleich über mehrere Jahre hinweg zeigt, dass die Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen der SNB seit dem Jahr 2017 um 72,5% gesunken sind. Die Gründe dafür sind einerseits umgesetzte Substitutionsmassnahmen, wie der Ersatz der Ölheizung im Hasli-Zentrum, die Umstellung der Gasheizungen auf den Bezug von Biogas sowie der Bezug von erneuerbarem Strom. Anderseits reduzierte sich auch der Energieverbrauch (– 10,6%) und es kam trotz der diesjährigen Störfälle im Vergleich zum Jahr 2017 zu bedeutend weniger Kältemittelverlusten.
Betriebliche Scope-3-Treibhausgasemissionen
Auf die Entwicklungen der betrieblichen Scope-3-Treibhausgasemissionen kann die Nationalbank nur indirekt Einfluss nehmen. Im Einklang mit dem «Greenhouse Gas Protocol» fokussiert die Nationalbank bei der Erhebung der Emissionsdaten auf die für sie wesentlichen Emissionskategorien. Die beiden Kategorien «Flugreisen» sowie «Herstellung der Banknoten» sind dabei besonders relevant.
Treibhausgasemissionen aus der Banknotenherstellung wurden im Rahmen der 2022 publizierten Ökobilanz zur 9. Banknotenserie berechnet. Bezugsgrösse ist dabei die pro Jahr im Durchschnitt produzierte Menge schweizerischer Banknoten. Diese beläuft sich auf rund 80 Mio. Banknoten. Da es sich um eine durchschnittlich produzierte Jahresmenge handelt, bleiben die jährlich ausgewiesenen Treibhaugasemissionen konstant. Die Studie zur Ökobilanz der 9. Banknotenserie kann von der SNB-Website heruntergeladen werden.
Der Vergleich über mehrere Jahre hinweg zeigt, dass die Scope-3-Treibhausgasemissionen der SNB seit dem Jahr 2017 insgesamt um 2,3% auf 4272 Tonnen CO₂-Äquivalente gesunken sind. Hohe Reduktionen ergaben sich bei der Abfallbehandlung (– 68,9%) sowie bei der Herstellung von Betriebsmaterial (– 71,9%), während beim Flugverkehr ein Anstieg um 7,4% gegenüber 2017 zu verzeichnen ist.
5.3.2 Strategie und Risikomanagement Betrieb
In den folgenden Abschnitten wird aufgezeigt, welche klimabedingten Risiken und Opportunitäten aus betrieblicher Perspektive bestehen und welche Stossrichtungen die SNB im Rahmen der betrieblichen Klimastrategie verfolgt, um diese Risiken zu adressieren. Darauf aufbauend wird dargelegt, welchen Transitionsplan die Nationalbank für ihre betrieblichen Treibhausgasemissionen umsetzen will.
Klimabedingte Risiken und Opportunitäten im Betrieb
Gegenwärtig sind keine klimabedingten Risiken bekannt, die den Betrieb der Nationalbank wesentlich beeinflussen könnten. Opportunitäten ergeben sich für den Betrieb in der kurzen Frist aus der Zielvereinbarung mit der «Energie-Agentur der Wirtschaft» (EnAW), bei der die Nationalbank seit 1999 Mitglied ist. Mit der Beitrittserklärung und Zielvereinbarung bekannte sich die SNB zur aktiven Reduktion der betrieblichen Treibhausgasemissionen und zur Optimierung der Energieeffizienz durch einen gemeinsam erarbeiteten Massnahmenkatalog. Werden die Ziele erreicht, kann von einer Preisreduktion auf den bezogenen Strom profitiert werden.
Die Zielvereinbarung wird alle zehn Jahre erneuert und ist vom Bund und von den Kantonen anerkannt. Zudem trat die SNB im Jahr 2022 der «Energiespar-Alliance» des Bundes bei. Diese vereint Organisationen, welche die Bemühungen für die Versorgungssicherheit im Winter unterstützen, indem sie freiwillig Massnahmen ergreifen, um Energie effizienter und sparsamer zu nutzen.
Betriebliche Klimastrategie
Bereits seit 1989 setzt die Nationalbank Umweltmassnahmen um. Der wichtigste Hebel hierfür ist die vorausschauende Instandhaltungspolitik für die Gebäude der SNB. In den ersten Jahren stand vor allem deren energetische Verbesserung im Vordergrund. Seit der Einführung des systematischen Umweltmanagements im Jahr 1996 können die Umweltbelastungen des Bankbetriebs umfassend ausgewiesen und Ansatzpunkte für Verbesserungen identifiziert werden.
Der Fokus der betrieblichen Klimastrategie liegt denn auch auf der kontinuierlichen Reduktion der Treibhausgasemissionen. Die Klimastrategie umfasst vier Stufen. Zuerst sollen Treibhausgasemissionen vermieden, dann verringert, und dann durch den Einsatz von emissionsarmen Energieträgern substituiert werden. Zuletzt unterstützt die SNB Klimaschutzprojekte im Umfang der unvermeidbaren Emissionen.
Zur Umsetzung der ersten Stufe, der Vermeidung, werden die Energieverbräuche der technischen Anlagen und deren Einstellungen laufend überprüft und Korrekturen und Optimierungen vorgenommen. Ausserdem wird das umweltbewusste Verhalten der Mitarbeitenden gefördert.
Zur Verringerung von Treibhausgasemissionen wird bei Investitionen auf die Senkung des Ressourcenverbrauchs und die Steigerung der Energieeffizienz geachtet. Bei Sanierungen werden technische und bauliche Massnahmen wie beispielsweise eine Seewasserkühlung umgesetzt.
Zur Substitution des fossilen Energieträgers Erdgas wurde auf erneuerbare Energie umgestellt. So bezieht die SNB am Standort Zürich seit 2018 ihren gesamten Gasbedarf in Form von Biogas. Für die meisten Standorte in der Schweiz wird seit 2009 Ökostrom aus Wasserkraft und Solarkraft verwendet.
Für die verbleibende Menge nicht vermeidbarer betrieblicher Treibhausgasemissionen werden Klimaschutzprojekte unterstützt. Hierzu nutzt die SNB Zertifikate von Projekten, die den international anerkannten «Gold Standard» der «Gold Standard Foundation» erfüllen.
Betrieblicher Transitionsplan
Basierend auf ihrer Klimastrategie hat die Nationalbank im Sinne des revidierten Obligationenrechts einen Transitionsplan entwickelt, der aufzeigt, wie betriebliche Treibhausgasemissionen systematisch auf Netto-Null reduziert werden können. Der Kern des Transitionsplans umfasst die Emissionskategorien, die von der SNB direkt beeinflusst werden können. Die Zielsetzungen orientieren sich an den Klimazielen der Schweiz sowie an international etablierten Standards. Konkret sollen die Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 50% gegenüber dem Referenzjahr 2017 reduziert werden und spätestens im Jahr 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen erreicht werden.
Das Referenzjahr wurde auf 2017 festgelegt, weil es das aktuellste Jahr mit repräsentativen Energie- und Betriebsmittelverbräuchen im Gebäudeportfolio der SNB ist. Die Treibhausgasemissionen der Jahre 2018 bis 2022 waren stark beeinflusst durch die umfassenden Umbauarbeiten am Standort Bern sowie durch die Corona-Pandemie.
Zusätzlich berücksichtigt die Nationalbank in ihrem betrieblichen Transitionsplan auch die Kategorie der Scope-3-Treibhausgasemissionen aus Flugreisen. Diese eignet sich für Zielsetzungen, weil sie für die SNB aufgrund des verhältnismässig hohen Anteils relevant ist und indirekt Einfluss auf sie ausgeübt werden kann. So sollen die Scope-3-Treibhausgasemissionen aus Flugreisen der SNB bis 2030 um mindestens 50% gegenüber dem Referenzjahr 2017 reduziert werden. Über Zielsetzungen nach 2030 in dieser Kategorie wird die Nationalbank zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. In der Periode 2031 bis 2050 werden die Airlines selbst gefordert sein, Transitionspläne umzusetzen, wie dies im Rahmen des «Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation (CORSIA)»-Programms vorgesehen ist.
Aus der Herstellung der Banknoten ergeben sich zwar auch hohe Treibhausgasemissionen, die Möglichkeiten zur Einflussnahme sowie zur jährlichen Fortschrittsmessung sind jedoch Stand heute nicht im gleichen Mass wie bei Flugreisen gegeben. Einflussmöglichkeiten für die SNB ergeben sich primär bei weiteren Entwicklungen der Banknoten. So konnten die Umwelt- und Klimaauswirkungen mit der 9. Banknotenserie gegenüber der 8. Banknotenserie in vielen Phasen im Lebenszyklus der Banknoten deutlich reduziert werden. Dies hat die 2022 publizierte Ökobilanzstudie zur 9. Banknotenserie gezeigt. Die Umweltverträglichkeit wird neben hohen Anforderungen an die Fälschungssicherheit und Produktqualität weiterhin ein wichtiges Kriterium darstellen.
Die Emissionen in den übrigen Scope-3-Kategorien sind verhältnismässig gering und daher wenig relevant für Zielsetzungen.
5.3.3 Kennzahlen, Ziele und Massnahmen zur Umsetzung des Transitionsplans
Die folgenden Abschnitte beschreiben die konkreten Massnahmen und Kennzahlen, mit denen die Zielsetzungen des Transitionsplans erreicht werden sollen und der Fortschritt gemessen wird.
Reduktion der betrieblichen Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen
Die Ziele des Transitionsplans – die Reduktion der betrieblichen Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 50% gegenüber 2017 sowie das Erreichen von Netto-Null-Emissionen bis spätestens 2050 – sollen durch eine Mischung unterschiedlicher Klimamassnahmen erreicht werden. Diese werden über die Zeitperioden 2017 bis 2030 sowie 2031 bis 2050 verteilt umgesetzt und fokussieren auf technische Verbesserungen mit wesentlichen Emissionsreduktionen.
Massnahmen bis 2030, die teilweise seit 2017 in der Umsetzung sind, beinhalten den Ersatz der bestehenden Ölheizungen sowie die Umstellung der Gasheizungen auf den Bezug von Biogas. Ebenfalls im Zeitraum bis 2030 sollen sämtliche Strombezüge mit klimafreundlichen Produkten erfolgen sowie die Eigenproduktion von Solarstrom an geeigneten Standorten ausgebaut werden. Zudem ist vorgesehen, Gebäude mit Fernwärmeanschluss auf den Bezug von ökologischen Energieprodukten umzustellen.
Massnahmen betreffend die Elektrifizierung der SNB-eigenen Fahrzeuge sowie den Ersatz klimaschädlicher Kältemittel befinden sich ebenfalls bereits in der Umsetzung, werden aber erst nach 2030 vollständig abgeschlossen sein. Bei der Elektrifizierung der Fahrzeuge steht die SNB vor der Herausforderung, dass im Rahmen der Bargeldtransporte Spezialfahrzeuge im Einsatz sind, für die im kurzfristigen Zeithorizont wahrscheinlich keine elektrisch betriebenen Alternativen erhältlich sind.
Im Zeitraum ab 2031 bis spätestens 2050 sollen die Netzersatzanlagen mit klimafreundlichen, synthetischen Kraftstoffen betrieben und die Gebäude am Standort Zürich, die nicht schon mit Seewasser gekühlt und geheizt werden, an den geplanten Seewasserverbund angeschlossen werden. Damit könnten auch die verbleibenden Öl- und Gasheizungen ersetzt werden. Auf die Umsetzbarkeit der Massnahmen in diesem langfristigen Zeithorizont hat die SNB indes nur einen geringen Einfluss, da sie von technischen Entwicklungen bzw. dem Fortschritt von Grossprojekten Dritter abhängt.
Im Berichtsjahr umgesetzte Projekte
Im Berichtsjahr wurden im Rahmen der Klimamassnahmen des Transitionsplans verschiedene Projekte umgesetzt, die zur Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 beitragen werden. So wurden Energieeffizienzmassnahmen umgesetzt, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Beispiele sind die Sanierung und Optimierung mehrerer Lüftungsanlagen in drei Gebäuden sowie die laufenden Umrüstungen auf LED-Leuchten in zwei Gebäuden am Standort Zürich. Als Beitrag zur Reduktion der Scope-1-Emissionen hat die SNB in den vergangenen Jahren einen Teil ihrer Fahrzeugflotte auf emissionsarme Hybridfahrzeuge umgestellt. Im Weiteren wurde im Studienzentrum Gerzensee eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen.
Reduktion der Scope-3-Treibhausgasemissionen aus Flugreisen
In Bezug auf die Reduktion der Scope-3-Treibhausgasemissionen aus Flugreisen bis 2030 um mindestens 50% wird seit 2025 eine Mischung von Massnahmen umgesetzt. Diese beinhalten die Anwendung von Vorgaben für Geschäftsreisen, Informationen an die Mitarbeitenden, die Präferenz von Fluggesellschaften, die Anstrengungen zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen unternehmen, sowie der Bezug geringer Mengen von Flugtickets mit Anteilen von «Sustainable Aviation Fuel», also Kerosin aus nicht-fossilen Rohstoffen.
Nach einem starken Anstieg in den Jahren nach der Corona-Pandemie kam es im Berichtsjahr zu einem Rückgang der geflogenen Kilometer und den damit verbundenen Treibhausgasemissionen. Diese Veränderung kann nicht direkt einzelnen Massnahmen zugeordnet werden. Daher werden neu die Entwicklungen und der Stand der Zielerreichung vierteljährlich analysiert und Massnahmen bei Bedarf angepasst.
5.4 Klimaaspekte der Anlagen
5.4.1 Strategie und Risikomanagement
Anlagepolitische Grundsätze
Die Anlagepolitik der SNB untersteht der Geld- und Währungspolitik. Sie muss gewährleisten, dass die Geldpolitik jederzeit über den nötigen Handlungsspielraum verfügt. Zudem strebt sie den langfristigen realen Werterhalt der Währungsreserven an. Um diese Ziele zu erreichen, ist der Investitionsansatz auf eine hohe Liquidität und eine breite Diversifikation ausgerichtet. Die SNB hat kein Mandat, Strukturpolitik zu betreiben. Sie darf daher mit der Anlagepolitik keine politischen oder gesellschaftlichen Ziele verfolgen. Dies betrifft beispielsweise auch die Umsetzung eines Plans zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit ihren Anlagen. Die Verfolgung anderer Ziele als die im Mandat festgelegte Gewährleistung der Preisstabilität könnte ausserdem zu Zielkonflikten führen.
Portfoliostruktur
Die Devisenreserven umfassen rund 85% der gesamten Währungsreserven der SNB. Ende 2025 betrugen sie 725 Mrd. Franken. Sie setzen sich vorwiegend aus Anleihen (75%) und Aktien (25%) zusammen. Das Anleihenportfolio enthält mehrheitlich liquide Staatsanleihen. Es umfasst zudem einen Anteil von rund 11% an anderen Anleihen, wie etwa Unternehmensanleihen, Anleihen von staatsnahen Instituten, supranationalen Organisationen und lokalen Gebietskörperschaften. Die Anleihen weisen eine hohe Bonität auf (Investment Grade Rating) und sind breit diversifiziert.
Bei den Aktien strebt die SNB eine breite globale Marktabdeckung an. Die Aktien werden passiv und regelgebunden auf der Basis einer strategischen Benchmark bewirtschaftet, die aus einer Kombination von Aktienindizes von verschiedenen Märkten und in verschiedenen Währungen besteht. Veränderungen im globalen Marktportfolio widerspiegeln sich fast vollständig im Aktienportfolio der SNB.
Klimabedingte Risiken und Opportunitäten im Anlageportfolio
Die Unternehmen und öffentlichen Emittenten, in welche die SNB investiert, können sowohl Transitions- als auch physischen Risiken und Opportunitäten ausgesetzt sein. Diese können die finanzielle Situation der Emittenten und damit auch den Wert der Anlagen der SNB kurz- oder längerfristig beeinflussen. Die Forschung zu den Auswirkungen von Klimarisiken entwickelt sich laufend weiter. Die SNB verfolgt diese eng und setzt sich mit den Erkenntnissen auseinander. Sie tauscht sich regelmässig mit anderen Zentralbanken aus.
Steuerung der Klimarisiken der Anlagen
Die Strategie der Nationalbank zur Steuerung der Risiken besteht u. a. darin, dass die Anlagen breit diversifiziert investiert werden. Mit diesem Investitionsansatz erreicht die SNB, dass die Aktien- und Unternehmensanleihenportfolios den unterschiedlichen Risiken ungefähr im gleichen Mass ausgesetzt sind wie die Gesamtheit der Unternehmen weltweit und dass sich strukturelle Veränderungen der globalen Wirtschaft im Portfolio der SNB widerspiegeln. Für die Steuerung der Kreditrisiken werden u. a. Kreditratings von verschiedenen Anbietern verwendet. Alle messbaren finanziell materiellen Risiken fliessen in diese Ratings mit ein. Die Anleihen innerhalb der Devisenreserven weisen ein hohes Rating auf. Klimarisiken unterscheiden sich von anderen finanziellen Risiken in Bezug auf ihre Messung, da wenig historische Daten verfügbar sind. Ihre Steuerung unterscheidet sich dagegen nicht fundamental von der anderer finanzieller Risiken. Die Steuerung der Markt- und Kreditrisiken umfasst somit auch Klimarisiken.
5.4.2 Kennzahlen
Verwendete Methoden zur Messung von Klimarisiken der Anlagen
Um potenzielle Verluste aufgrund von Transitions- sowie physischen Risiken auf den Anlagen einschätzen zu können, werden szenariobasierte Klimastresstests für Aktien, Unternehmens- und Staatsanleihen durchgeführt. Zudem werden für die Portfolios verschiedene Emissionskennzahlen gemäss den TCFD-Empfehlungen berechnet.
Ansatz der SNB zur Berechnung der Emissionskennzahlen
TCFD-Empfehlungen
Die TCFD-Empfehlungen für den Finanzsektor bzw. für Besitzer von Anlagen fordern grundsätzlich, die beiden Emissionskennzahlen «total finanzierte Emissionen» (Total Carbon Emissions, TCE) sowie die «gewichtete durchschnittliche Treibhausgasintensität» (Weighted Average Carbon Intensity, WACI) offenzulegen. Weitere Emissionskennzahlen wie der «Treibhausgasfussabdruck» (Carbon Footprint, CF) werden zur Offenlegung empfohlen. Für die konkrete Berechnung der Emissionskennzahlen wird auf den von der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) entwickelten Standard für die Finanzindustrie verwiesen. Ansatz der SNB
Die SNB berechnet ausgewählte Emissionskennzahlen für die wichtigsten Anlageklassen der Devisenreserven. Die Offenlegung fokussiert dabei
auf Anlageklassen, für die es zum heutigen Zeitpunkt Emissionskennzahlen gibt, deren Berechnungsmethoden etabliert sind und für die ein Marktstandard existiert. Für die Anlageklassen Aktien und Unternehmensanleihen werden die drei Kennzahlen TCE, CF sowie die WACI berechnet. Dabei entsprechen die TCE den addierten Emissionen der Unternehmen gemäss den von der SNB gehaltenen Anteilen an Aktien bzw. Unternehmensanleihen, wobei i für jedes einzelne Unternehmen und N für die Gesamtheit aller Unternehmen im Portfolio stehen: Dabei bezeichnet der current value of investment den Marktwert der Investition in einem Unternehmen per Stichdatum in US-Dollar und der EVIC (Enterprise Value Including Cash) den letzten verfügbaren Unternehmenswert zum Ende des Geschäftsjahrs einschliesslich der Barmittel in US-Dollar.
Der Unternehmenswert wird berechnet als Gesamtunternehmenswert (Marktkapitalisierung des Unternehmens, Vorzugsaktien, Minderheitsanteile, Gesamtverschuldung). Emissions stellt die Zahl der zuletzt gemeldeten oder geschätzten Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen der einzelnen Unternehmen dar. Die TCE werden in Tonnen CO₂-Äquivalenten ausgedrückt. Um die TCE ins Verhältnis zur Grösse des SNB-Portfolios zu setzen, wird zudem der Treibhausgasfussabdruck CF ausgewiesen. Diese relative Kennzahl zeigt die total finanzierten Portfolio-Emissionen normiert mit dem Marktwert des jeweiligen Portfolios: Dabei bezeichnet der current portfolio value den Portfoliomarktwert pro Anlageklasse zum Stichdatum. Der CF wird in Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Mio. US-Dollar Portfoliowert ausgedrückt. Die WACI zeigt die Treibhausgasintensität der Wertschriften der Unternehmen im Anlageportfolio. Zur Berechnung dieser Kennzahl werden die totalen Emissionen mit dem Umsatz der Unternehmen im Portfolio normiert: Dabei zeigt der issuer’s revenue die Unternehmensumsätze aus dem gleichen Jahr wie die letzten verfügbaren Emissionsdaten. Die WACI von Aktien und Unternehmensanleihen wird in Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Mio. US-Dollar Unternehmensumsatz ausgedrückt. Für die Staatsanleihen publiziert die SNB nur die WACI, denn die beiden Kennzahlen TCE und CF weisen methodische Schwächen auf. So werden bei der Berechnungsmethode mit Normierung über die Staatsverschuldung sämtliche Treibhausgasemissionen eines Landes den Anleiheneignern zugewiesen. Bei der Berechnungsmethode mit Normierung über das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandprodukt (BIP) sind die berechneten aggregierten Emissionen eines Landes abhängig von dessen Verschuldungsgrad.
Für die Berechnung der WACI hingegen hat sich ein Marktstandard gebildet. Es werden die gesamten Emissionen eines Landes mit dem kaufkraftbereinigten BIP normiert: Dabei bezeichnen emissions die gesamten Treibhausgasemissionen, die innerhalb eines Landes freigesetzt werden. Das PPP adj. GDP beschreibt den Wert des kaufkraftbereinigten BIP. Die WACI von Staatsanleihen wird in Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Mio. US-Dollar BIP ausgedrückt.
Auswahl der Portfolios für Emissionskennzahlen
Die Emissionskennzahlen decken grundsätzlich die Aktien, Unternehmens- und Staatsanleihen der Devisenreserven der SNB ab. Dabei werden auch die extern verwalteten Anlagen miteinbezogen. Derivate, Repos, Cash und Portfolios, die nicht zu den Devisenreserven gehören, werden nicht berücksichtigt. Auf die Offenlegung von Emissionskennzahlen für Subsovereigns, Supranationals und Agencies wird zurzeit verzichtet, da hierfür aktuell keine Marktstandards existieren.
Berücksichtigte Portfolio-Emissionen für die Emissionskennzahlen
Die zur Berechnung der verschiedenen Emissionskennzahlen benötigten Daten zu Treibhausgasemissionen von Unternehmen im Portfolio werden gemäss dem «Greenhouse Gas Protocol» in drei Scopes eingeteilt. Scope 1 beinhaltet die direkten Emissionen der Unternehmen und Scope 2 die indirekten Emissionen durch den Bezug von Energie. Weitere indirekte Emissionen werden dem Scope 3 zugeordnet. Die Abdeckung von Scope-3-Daten der Unternehmen im Portfolio ist zum heutigen Zeitpunkt mangelhaft und die Datenqualität noch unzureichend. Viele der verfügbaren Scope-3-Daten beruhen auf Schätzungen von Drittanbietern oder freiwilligen und nur teilweise verifizierten Angaben der Unternehmen selbst. Daher verwendet die SNB für die Berechnung der Emissionskennzahlen der Aktien und Unternehmensanleihen die Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen der Unternehmen.
Für die Staatsanleihen wird zwischen produktions- und konsumbasierten Emissionen unterschieden. Die Datenverfügbarkeit für die konsumbasierten Emissionen ist zurzeit limitiert, weshalb für die Berechnung der Emissionskennzahlen die produktionsbasierten Emissionen verwendet werden.
Die produktionsbasierte Betrachtung der Staatsemissionen birgt die Problematik der Doppelzählung bei einem Portfolio mit weiteren Anlageklassen, da Emissionen einer Firma einerseits den Aktien und Unternehmensanleihen zugewiesen werden und andererseits den Staatsanleihen. Aus diesem Grund führt die SNB entsprechend der Empfehlung des PCAF-Standards die Portfolio-Emissionen getrennt nach Anlageklassen auf.
Bemerkungen zu den Emissionskennzahlen der Anlagen
Bei der Interpretation von Emissionskennzahlen und deren Veränderung über die Zeit sind folgende Punkte zu beachten. Die Emissionsdaten beruhen teilweise auf Schätzungen von Datenanbietern. Emissionskennzahlen werden zudem nicht allein von den effektiven Emissionen beeinflusst, sondern auch von den berücksichtigten Scopes der Treibhausgasemissionen sowie von einer Reihe weiterer Faktoren. Dazu gehören beispielsweise die Datenabdeckung sowie der Zeitpunkt der Aktualisierung der Emissionsdaten, der Bilanzdaten der Unternehmen und der Daten zum BIP der verschiedenen Staaten. Dies kann einen Vergleich der Emissionskennzahlen zwischen verschiedenen Investoren und über die Zeit erschweren.
Bei den ausgewiesenen Emissionskennzahlen handelt es sich um vergangenheitsbezogene Kennzahlen. Diese werden mit historischen Emissionen berechnet und enthalten somit keine Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Emissionen von Unternehmen oder von Staaten. Sie ermöglichen auch keine Prognosen darüber, wie gut ein Unternehmen oder ein Staat die Transition in eine emissionsärmere Zukunft bewältigen wird.
Die Höhe der Devisenreserven der Nationalbank wird durch die Bedürfnisse der Geldpolitik bestimmt. Sie wird zudem von Preis- und Währungsschwankungen beeinflusst. So stiegen die Devisenreserven im Jahr 2024 aufgrund von Bewertungsveränderungen an, während sie im Jahr 2025 abnahmen. Die Höhe der Emissionskennzahl TCE ist direkt von der Portfoliogrösse eines Investors abhängig. Die absolute Emissionskennzahl TCE eignet sich deshalb nicht für aussagekräftige Vergleiche mit anderen Investoren.
Die relativen Emissionskennzahlen (CF und WACI) hingegen sind von der Portfoliogrösse unabhängig. Innerhalb einer Anlageklasse erlauben sie deshalb Vergleiche zwischen Investoren oder mit einer Benchmark.
Aufgrund des SNB-Anlageansatzes einer breiten Marktabdeckung bei den Aktien und – etwas weniger ausgeprägt – bei den Unternehmensanleihen entsprechen die Werte der relativen Emissionskennzahlen dieser Portfolios in etwa jenen von globalen Marktportfolios. Grössere Veränderungen dieser Kennzahlen ergeben sich mit der Zeit insbesondere bei strukturellen Anpassungen, beispielsweise durch die Anwendung neuer Technologien oder durch die Nutzung neuer Energiequellen. Solche Veränderungen in der globalen Wirtschaft spiegeln sich auch im Aktien- und Unternehmensanleihenportfolio der SNB wider. Die historischen Treibhausgasintensitäten der Portfolios der SNB entsprechen ebenfalls in etwa jenen eines globalen Marktportfolios; dies dürfte auch für zukünftige Emissionsintensitäten gelten.
Die berechneten relativen Emissionskennzahlen der verschiedenen Anlageklassen innerhalb der Devisenreserven weisen vergleichbare Werte auf wie jene entsprechender Portfolios anderer internationaler Investoren.
Die Werte der Emissionskennzahl WACI von Staatsanleihen lassen sich nicht mit denjenigen der WACI von anderen Anlageklassen vergleichen. Zum einen sind die berücksichtigten Treibhausgasemissionen unterschiedlich definiert, zum anderen werden unterschiedliche Normierungsgrössen für die Berechnung der WACI verwendet.
Emissionskennzahlen der Anlagen
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Emissionskennzahlen für Aktien und Unternehmensanleihen 1 |
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| 2024 | 2025 | |||
| Wert |
Daten- abdeckung |
Wert |
Daten- abdeckung |
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in Prozent vom Portfoliomarktwert |
in Prozent vom Portfoliomarktwert |
|||
| Aktien der Devisenreserven | ||||
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Total Carbon Emissions (TCE) (in tCO2eq.3) |
8 411 080 | 99,6% | 9 131 799 | 99,7% |
|
Carbon Footprint (CF) (in tCO2eq. / USD million inv.4) |
42 | 99,6% | 40 | 99,7% |
|
WACI (in tCO2eq. / USD million corp. revenue5) |
111 | 99,7% | 111 | 99,7% |
| Unternehmensanleihen der Devisenreserven 2 | ||||
|
Total Carbon Emissions (TCE) (in tCO2eq.3) |
2 590 873 | 89,3% | 2 782 330 | 94,0% |
|
Carbon Footprint (CF) (in tCO2eq. / USD million inv.4) |
57 | 89,3% | 47 | 94,0% |
|
WACI (in tCO2eq. / USD million corp. revenue5) |
151 | 90,7% | 145 | 94,5% |
1 Die Kennzahlen TCE, CF und WACI für Aktien und Unternehmensanleihen der Devisenreserven wurden unabhängig durch die KPMG AG einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen (siehe Bericht des unabhängigen Wirtschaftsprüfers). Die SNB verwendet als Berechnungsgrundlage für die Emissionskennzahlen Daten von MSCI (Emissionsdaten, Daten zum EVIC und dem Umsatz von Unternehmen).
2 Die Unternehmensanleihen beinhalten auch Covered Bonds.
3 tCO2eq.: Treibhausgasemissionen in Tonnen CO2-Äquivalenten.
4 USD million inv.: Mio. Portfoliowert in USD.
5 USD million corp. revenue: Mio. Firmenumsatz in USD.
| Emissionskennzahlen für Staatsanleihen 1 | ||||
| 2024 | 2025 | |||
| Wert |
Daten- abdeckung |
Wert |
Daten- abdeckung |
|
|
in Prozent vom Portfoliomarktwert |
in Prozent vom Portfoliomarktwert |
|||
| Staatsanleihen der Devisenreserven | ||||
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WACI (in tCO2eq.2 / USD million adj. GDP3) |
155 | 100% | 147 | 100% |
1 Die Kennzahl WACI für Staatsanleihen der Devisenreserven wurde unabhängig durch die KPMG AG einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen (siehe Bericht des unabhängigen Wirtschaftsprüfers). Die SNB verwendet als Berechnungsgrundlage für die Emissionskennzahlen Daten von MSCI (Emissionsdaten) sowie von der Weltbank (GDP, PPP (current international $); https://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.PP.CD; CC BY-4.0; Originaldaten ohne Änderungen).
2 tCO2eq.: Treibhausgasemissionen eines Landes in Tonnen CO2-Äquivalenten, ohne LULUCF (Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft).
3 USD million PPP adj. GDP: Mio. des kaufkraftbereinigten Bruttoinlandprodukts in USD.
5.5 Internationale Zusammenarbeit zu Klimarisiken
Im Rahmen ihres Mandats beteiligt sich die SNB am multilateralen Dialog zu klimabedingten Finanzrisiken und engagiert sich hierfür in internationalen Gremien. Dazu gehört die Teilnahme im Network for Greening the Financial System (NGFS), im Finance Track der G20, im Financial Stability Board (FSB), im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) und im Finanzmarktkomitee der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Hauptziele der SNB in der internationalen Zusammenarbeit sind die Unterstützung globaler und zielgerichteter Ansätze im Umgang mit Klimarisiken, der Erfahrungsaustausch sowie die stetige Erweiterung des Wissens.
Thematische Schwerpunkte
In makroökonomischen Analysen berücksichtigt die SNB Klimaaspekte, um die Auswirkungen von Klimarisiken auf für die Mandatserfüllung wichtige Variablen wie Preise, Zinssätze und das BIP besser beurteilen zu können. Zu diesem Zweck beteiligt sich die SNB aktiv in den NGFS-Arbeitsgruppen «Scenario Design and Analysis» sowie «Monetary Policy». Diese analysieren die Auswirkungen des Klimawandels sowie der Klimapolitik auf die Wirtschaft und die Geldpolitik. Dazu gehört ein gemeinsames Projekt mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), das die SNB initiiert hat. Ziel dieses Projekts ist es, die makroökonomischen Effekte von möglichen, globalen Klimaschutzmassnahmen zu untersuchen, um daraus Implikationen für die Geldpolitik zu ermitteln.
Im Rahmen ihres Auftrags, einen Beitrag zur Finanzstabilität zu leisten, beteiligt sich die SNB in enger Zusammenarbeit mit der FINMA und dem Eidgenössischen Finanzdepartement an den internationalen Arbeiten zum Umgang mit Klimarisiken. Diese Arbeiten fanden im Berichtsjahr in Gremien wie dem BCBS, dem FSB und dem NGFS statt. Der BCBS konzentrierte sich darauf, wie Klimarisiken innerhalb des bestehenden Basler Regelwerks behandelt werden können. Dazu veröffentlichte der BCBS im Berichtsjahr Offenlegungsstandards zu klimabedingten Finanzrisiken. Innerhalb des FSB beteiligte sich die SNB daran, die Auswirkungen von Klimarisiken auf das globale Finanzsystem zu untersuchen. Im Rahmen des NGFS unterstützt die SNB den Erfahrungsaustausch sowie die Arbeiten zur Entwicklung von Klimaszenarien. Die SNB verwendet diese Szenarien für ihre Bewertung von Klimarisiken im Schweizer Bankensystem.
Als Mitglied der NGFS-Arbeitsgruppe «Net-Zero for Central Banks» trägt die SNB zum Erfahrungsaustausch betreffend nachhaltige Anlagepraktiken, klimabezogener Berichterstattung und nachhaltiger Unternehmensführung bei. Darüber hinaus nahm die SNB im Berichtsjahr zusammen mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement die Vertretung der Schweiz in der «Sustainable Finance Working Group» (SFWG) des G20 Finance Tracks wahr. Die SFWG erarbeitete im Berichtsjahr Empfehlungen zur Förderung von Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel und der Transparenz in freiwilligen Kohlenstoffmärkten.
Beitrag zum «Resilience and Sustainability Trust» des IWF
Schliesslich leistet die Schweiz einen Beitrag zum «Resilience and Sustainability Trust» (RST) des IWF. Der RST ermöglicht es dem IWF, langfristige Kredite zu Vorzugsbedingungen zu vergeben. Diese sollen in erster Linie ärmere und verletzliche Länder bei der Bewältigung struktureller Herausforderungen unterstützen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die SNB stellt dem IWF dafür ein Darlehen in Höhe von 500 Mio. Sonderziehungsrechten zur Verfügung.