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Fallende Immobilienpreise in den USA, steigende Immobilienpreise in der Schweiz und deren Bedeutung für die Geldpolitik der SNB

Hochschule für Technik und Wirtschaft, Chur, 18.12.2007

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Die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt hat eine grosse Bedeutung für die Geldpolitik. Immobilienmärkte können die Inflation und die Konjunktur aber auch die Stabilität des Finanzsystems beeinflussen. Immobilienblasen können zu einer massiven Fehlallokation von Kapital führen und langwierige Anpassungsprozesse nach sich ziehen. Die SNB verfolgt daher die Entwicklungen auf den Immobilienmärkten im In- und Ausland genau.

Die Fehlentwicklungen auf dem US-Immobilienmarkt vor allem der Jahre 2004 bis 2006 belasten weiterhin die Wirtschaftsaussichten. Aufgrund der Grösse der USA und der international weit verbreiteten Anlagen im US-Hypothekenmarkt haben diese Fehlentwicklungen auch bedeutende Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte und die globale Wirtschaftsentwicklung.

Seit einigen Jahren erlebt auch die Schweiz einen Bauboom mit relativ stark steigenden Immobilienpreisen in einigen Regionen und in bestimmten Marktsegmenten. Der Vergleich des Schweizer und des US-Immobilienmarktes zeigt aber, dass sich diese Märkte in wesentlichen Aspekten unterscheiden. In der Schweiz ist insbesondere eine stärkere Disziplin bezüglich der Einhaltung der Kreditkonditionen festzustellen und die Preisentwicklung ist deutlich moderater ausgefallen. Es gibt bisher auch keine Evidenz für eine verstärkt spekulative Tendenz auf dem Schweizer Immobilienmarkt. In der Schweiz dürfte derzeit weder eine generelle Immobilienblase noch ein allgemeines Hypothekenproblem existieren.

Zwar haben die Banken bezüglich der Kreditgewährung in der Schweiz weitgehend die richtigen Lehren aus der Immobilienkrise der 1990er Jahre gezogen. Vor dem Hintergrund der Verluste im US-Immobilienmarkt kann aber die Bedeutung einer sorgfältigen Risikobeurteilung für die zukünftige Kreditvergabe auch bei Hypotheken in der Schweiz nicht genug betont werden.