Drucken

Am Puls der Finanzmärkte

Geldmarkt-Apéro, Genf, 17.11.2016

  • Vollständiger Text
    (500 KB)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) befasst sich seit der Finanzkrise intensiv mit Märkten, die früher weniger von Interesse waren. Sie durchdringt auch Marktprozesse und -strukturen systematischer als noch vor zehn Jahren. So spielt zwar der Wechselkurs für eine kleine offene Volkswirtschaft wie die Schweiz seit jeher eine Schlüsselrolle, und entsprechend wichtig war und ist diese Grösse für geldpolitische Entscheide. Bei der Umsetzung der Geldpolitik stand der Devisenmarkt allerdings lange im Schatten des Geldmarkts. Das hat sich in den letzten Jahren gründlich verändert. Die SNB zählt heute zu den gewichtigen Akteuren am Devisenmarkt, weil dies notwendig ist, um die für die Erfüllung ihres Auftrags erforderliche Geldpolitik umzusetzen.

Seit Jahren sind im Kassageschäft des Interbankenmarkts die Umsätze rückläufig. Der Rückgang betrifft auch die für die Schweiz zentralen Währungspaare. Er ging jedoch bisher im Euro-Franken, Dollar-Franken und Euro-Dollar im Durchschnitt nicht mit erhöhten Transaktionskosten einher. Gleichwohl treten im Handelsverlauf aber immer wieder Kurssprünge auf. Der Brexit-Entscheid liefert ein Beispiel dafür, wie rasch sich der Puls am Devisenmarkt erhöhen kann.

Die SNB analysiert das Marktgeschehen laufend, muss sie doch gemäss den Vorgaben der Geldpolitik jederzeit in der Lage sein, bei Bedarf einzugreifen. Im Vorfeld von Weichenstellungen, wie dem Brexit oder der US-Wahlentscheidung, trifft sie zusätzlich umfangreiche Vorkehrungen, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. Die SNB setzt modernste technologische Hilfsmittel ein, damit sie mit den rasanten Entwicklungen am Devisenmarkt Schritt zu halten vermag. Im Rahmen der Umsetzung ihrer Geldpolitik trägt sie "ihren Teil" zur Marktentwicklung bei. Letztlich bleibt die Preisfindung aber den Kräften von Angebot und Nachfrage überlassen.

Im Geldmarkt leistet die SNB in zwei Bereichen einen grossen Beitrag. Sie unterstützt zum einen die Bestrebungen für eine Reform der Referenzzinssätze auf internationaler sowie nationaler Ebene. In der Schweiz nehmen die Akteure ihre Verantwortung in der nationalen Arbeitsgruppe für Referenzsätze wahr. Das wichtigste Vorhaben ist die Ablösung des TOIS-Fixing durch den SARON per Ende 2017. Zum anderen engagiert sich die SNB für eine moderne und leistungsfähige Marktinfrastruktur. Sie setzt sich mit der SIX für eine effiziente Swiss Money Market Value Chain ein. Mittelfristig geplant ist die Einführung eines sogenannten Triparty Agent, was den Marktteilnehmern das Collateral Management erheblich erleichtern sollte.