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Finanzmarktinfrastrukturen im Kräftefeld von Technologie, Ökonomie und Regulierung

XI. AWK Group Financial Services Lunch, Zürich, 20.09.2006

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Reibungslos und effizient funktionierende Finanzmarktinfrastrukturen bilden das Rückgrat des Internationalen Finanzzentrums Schweiz. Die Zukunft dieser Infrastrukturen wird massgeblich von den Entwicklungen in Europa abhängen, welche auf eine verstärkte Konsolidierung weisen. Damit jedoch in einer konsolidierten Börsen- und Abwicklungslandschaft Investitions- und Innovationsanreize sichergestellt werden, braucht es einen funktionierenden Wettbewerb. Dies würde den Abbau der heutigen Ineffizienzen insbesondere in der Verarbeitung von grenzüberschreitenden Transaktionen vorantreiben. Wettbewerb wird sich aber nur dann einstellen, wenn die Marktteilnehmer zwischen verschiedenen Anbietern frei wählen können und wenn die Infrastrukturen interoperabel sind, das heisst, dass sie sich und ihren Teilnehmern gegenseitig nicht-diskriminierenden Zugang gewähren.
 
Die gegenwärtigen Wettbewerbshindernisse sind auf technologischer, ökonomischer wie auch regulatorischer Ebene zu finden. Beispielsweise sind die Kosten für den Wechsel von einem Anbieter zum anderen hoch. Zudem werden Finanzmarktinfrastrukturen häufig als explizite oder implizite Silos betrieben, in denen die Abrechung und Abwicklung nur über einen Anbieter läuft. Silos behindern den Wettbewerb. Um den Wettbewerb zu verstärken, sind deshalb geeignete regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen. Wichtige Änderungen in Richtung verstärkter Wettbewerb im Europäischen Finanzmarkt werden beispielsweise von der neuen EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) erwartet. Diese Entwicklung wird auch die Zukunft der Schweizer Finanzmarktinfrastrukturen mitbestimmen. Vor diesem Hintergrund steht für die schweizerischen Finanzmarktinfrastrukturen zweifellos die unablässige Pflege ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund. Diese strategische Haltung hat deren Verhalten bisher geprägt. Dies muss auch in Zukunft so bleiben.