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Systemstabilität und Sicherheit der Systeme

Luzerner Tage für Informationssicherung (LUTIS), Luzern, 25.05.2004

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Die Stabilität des Bankensystems und die Sicherheit der Finanzmarktinfrastruktur, zu welcher nebst den Börsen insbesondere auch Zahlungs- und Wertschriftenabwicklungssysteme zählen, sind in den letzten Jahren weltweit zu einem wichtigen Anliegen der Zentralbanken geworden. Dies erfolgte nicht zuletzt vor dem Hintergrund zahlreicher Finanzkrisen in den letzten Jahrzehnten. Zudem haben Ereignisse wie der 11. September die Sensibilisierung für die Sicherheit der Finanzmarkt- und anderen Infrastrukturen erhöht.

Die zunehmende Bedeutung der Systemstabilität hat sich in der Schweiz auch im neuen Nationalbankgesetz niedergeschlagen, welches am 1. Mai 2004 in Kraft trat. Im Rahmen ihres Hauptauftrags, eine Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes zu führen und dabei die Preisstabilität zu gewährleisten, wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Gesetz verpflichtet, einen Beitrag zur Systemstabilität zu leisten und das Funktionieren bargeldloser Zahlungssysteme zu erleichtern und zu sichern. Bei der Umsetzung ihres Auftrags verfolgt die SNB sowohl präventive als auch der Krisenbewältigung dienende Massnahmen. So spielt sie beispielsweise in einer Krise eine wichtige Rolle bei der Liquiditätsversorgung. Insbesondere wird die SNB mit dem neuen Gesetz aber auch für die Überwachung systemisch bedeutsamer Zahlungs- und Effektenabwicklungssysteme zuständig. Die Betreiber solcher Systeme werden in Zukunft gewisse Mindestanforderungen einhalten müssen, zu welchen nicht zuletzt auch Anforderungen an die Informationssicherheit zählen. Sichere und zuverlässige Informations- und Kommunikationsstrukturen sind eine unerlässliche Voraussetzung für ein reibungsloses Funktionieren des Finanzsystems. Im Rahmen ihres Auftrags beschränkt sich die SNB in all diesen Bereichen auf systemrelevante Aspekte, während es ausdrücklich nicht ihre Aufgabe ist, sich mit systemisch unbedeutenden Problemen einzelner Banken oder Zahlungssysteme zu befassen. Dies erfolgt aufgrund der Überzeugung, dass Probleme im Finanzsystem wenn immer möglich vom Markt zu lösen sind.