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Die Schweiz: Finanzplatz im Herzen Europas

Belgisches Finanzforum, Brüssel, 16.02.2004

  • Vollständiger Text in Französisch: "La Suisse: place financière au coeur de la zone euro"
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Die Schweiz ist keine Festung, sondern eine insbesondere mit Europa stark verflochtene Volkswirtschaft - sowohl im Handel als auch im Finanzbereich. Der Aufstieg des Finanzplatzes Schweiz ist kein Zufall, sondern das Resultat verschiedener positiver Faktoren: Know-how, langjährige Bankentradition, Qualität der Finanzinfrastruktur und Vertrauen der Kundschaft in die Stabilität der Finanzinstitute. Daneben tragen die politische Stabilität des Landes, seine solide Finanzlage und die internationale Position des Frankens zur Attraktivität des Finanzsystems der Schweiz bei.

Diese Vorteile sind aber zunehmend auch an anderen Standorten zu finden. Ausserdem muss sich der Finanzplatz Schweiz – wie alle anderen Finanzplätze – den Herausforderungen der Globalisierung und der Bekämpfung der Finanzkriminalität stellen. Da das Bankgeheimnis keinen Schutz für Gelder dubioser Herkunft bietet, können die Schweizer Behörden mit einiger Effizienz gegen die Geldwäscherei vorgehen. Auf diesem Gebiet hat die Schweiz ein international anerkanntes Abwehrdispositiv eingesetzt.

Die Einführung des Euro hat das Umfeld des Wirtschaftsstandorts Schweiz grundlegend verändert. Seit 1999 verläuft das Nebeneinander von Franken und Euro ziemlich harmonisch; in der Tat entwickelte sich der Franken gegenüber dem Euro stabiler als zuvor gegenüber der D-Mark. Dies ist positiv für die auf den europäischen Markt ausgerichteten Schweizer Exportunternehmen. Andererseits müssen sie eine Konzentration der Wechselkursrisiken hinnehmen. Dieser Herausforderung begegnen sie mit einer im Vergleich zu früher aktiveren Hedging-Politik. Eine Anbindung des Frankens an den Euro zur Eliminierung von Wechselkursrisiken würde mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringen, denn ein Ansteigen des Zinsniveaus in der Schweiz wäre unvermeidbar. In diesem Umfeld verfolgt die Nationalbank weiterhin eine unabhängige Geldpolitik, die nicht nur Konjunktur und Inflationsaussichten, sondern auch die Situation an den Devisenmärkten berücksichtigt.