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Referat an der Generalversammlung

Generalversammlung der Schweizerischen Nationalbank vom 23. April 1999, 23.04.1999

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Der Präsident des Direktoriums, Hans Meyer, blickt in seinem Referat zunächst auf das wirtschaftliche Geschehen und auf die Geldpolitik in der Schweiz im Jahre 1998 zurück. Danach befasst er sich mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen in verschiedenen Regionen der Welt, die das vergangene Jahr geprägt haben. Zum Schluss geht er nochmals auf die Reform der schweizerischen Währungsverfassung und die Auseinandersetzung der Nationalbank mit der Zeit des 2. Weltkrieges ein.

Die wirtschaftliche Erholung der Schweiz setzte sich im letzten Jahr trotz eines schwierigen internationalen Umfeldes fort. Der Stillstand beim Exportwachstum zum Ende des letzten Jahres wurde durch die verstärkte Binnennachfrage wettgemacht. Günstige monetäre Rahmenbedingungen haben zur erfreulichen Entwicklung beigetragen. Dem Aufwertungsdruck auf den Franken im Gefolge der internationalen Finanzmarktturbulenzen wirkte die Nationalbank mit einer zusätzlichen Geldversorgung entgegen. Die Kritik am Internationalen Währungsfonds, die im Gefolge der Krisen in Ostasien, Russland und Brasilien laut wurde, ist nicht unverständlich, aber übertrieben. Die Anpassung der schweizerischen Währungsverfassung an die Erfordernisse der Zeit ist auf verschiedenen Gesetzesstufen auf gutem Wege. Die Nationalbank bedauert die dunklen Seiten in ihrem Verhalten während der schwierigen Kriegsjahre; die offiziellen Bemühungen sind nach Ansicht der Nationalbank dazu geeignet, einen Beitrag zur überzeugenden Bewältigung der Vergangenheit zu leisten.