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Die Schweizerische Nationalbank - Partnerin von Wirtschaft und Gesellschaft

Zürcher Volkswirtschaftliche Gesellschaft, Zürich, 17.03.1999

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Hans Meyer geht in seinem Referat der Frage nach, inwieweit die Nationalbank als Partnerin von Wirtschaft und Gesellschaft ihren Beitrag zu einem stetigen realen Wirtschaftswachstum, einer hohen Beschäftigung und angemessenen Preisstabilität in der Schweiz zu leisten vermag.

Die Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik. Diese schafft zusammen mit der Finanzpolitik und der Wettbewerbspolitik die grundlegenden Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Wirtschaft. Die Nationalbank hat sich gemäss Verfassung und Gesetz von den Gesamtinteressen des Landes leiten zu lassen. Sie erachtet dabei das Ziel der Preisstabilität als vorrangig, zumal diese eine wesentliche Voraussetzung ist für Wachstum, Wohlstand und Verhütung von Arbeitslosigkeit.

Obwohl die Bankenaufsicht in der Schweiz im engeren Sinne nicht zu den Aufgaben der Nationalbank gehört, ist sie - im Zusammenwirken mit der Bankenkommission und Bundesbehörden - für die Integrität und Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich. Durch eine stabilitätsgerechte Geldpolitik trägt sie auch am besten zu günstigen Rahmenbedingungen für das Finanzsystem bei.

Für eine ausgewogene Wirtschaftsentwicklung ist eine vertiefte internationale Kooperation ebenfalls notwendig. Mit der zunehmenden Verflechtung nationaler Volkswirtschaften wird auch die Übertragung von Störungen erleichtert. Dies ist offensichtlich eine Herausforderung, die über die Verantwortlichkeit der Nationalbank hinausgeht und auch den Rahmen ihrer Möglichkeiten sprengt. Sie ist aber durchaus in der Lage, mit ihren Mitteln einen Beitrag zur Problemlösung zu leisten. Mit einer stabilitätsgerechten Geldpolitik, mit der Teilnahme an der internationalen Währungspolitik und mit geeigneten Massnahmen zur Gewährleistung der Systemstabilität wirkt die Nationalbank als Partnerin von Wirtschaft und Gesellschaft. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass ihre Politik von einem gesellschaftlichen Konsens getragen wird.