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Die Schweiz und die internationale Währungszusammenarbeit

Statistisch-Volkswirtschaftliche Gesellschaft, Basel, 25.01.1999

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Ausreichend stabile Währungsbeziehungen sind eine wesentliche Voraussetzung wirtschaftlicher Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus. Institutionelle Regelungen sind wohl eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für den Erfolg. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Aufgabe, die zwischenstaatliche Währungszusammenarbeit zu fördern. Hauptelemente seiner Tätigkeit sind die wirtschaftspolitische Beratung, die fachtechnische Unterstützung und die Kredithilfe zur Erleichterung von Anpassungsprozessen. Er befindet sich seit seiner Gründung auf einer Gratwanderung zwischen der Betonung der Eigenverantwortung des einzelnen Landes und der Bereitschaft zur Erleichterung von Anpassungsprozessen. Diese Gratwanderung wird durch vielfältige Pressionen seiner unterschiedlich potenten Mitglieder erschwert. Dennoch darf die Tätigkeit des IWF insgesamt positiv beurteilt werden. Verbesserungen sind am ehesten in kleinen Reformschritten möglich.

Eine bedeutende Rolle spielt dabei eine wirksame Aufsicht über die Finanzmärkte. Ein wesentliches Ziel besteht darin, ihre Transparenz zu erhöhen. Damit soll sowohl privaten Marktteilnehmern als auch offiziellen Stellen eine sachgerechte Lagebeurteilung ermöglicht werden. Unterlassungen und Fehlurteile sind allerdings oft nicht auf die mangelnde Transparenz, sondern vielmehr auf eine ungenügende Auswertung der durchaus verfügbaren Informationen zurückzuführen. Im Zusammenhang mit der Transparenz wird zu Recht gefordert, dass sich der IWF selbst noch vermehrt bemühe, sein Tun und Lassen verständlich zu machen.

Die Beteiligung des privaten Sektors an der Krisenvorsorge und der Therapie bleibt ein wichtiges Thema. Grundsätzlich muss gelten, dass der Privatsektor für sein Tun und Lassen selbst verantwortlich ist. Die offizielle Krisenhilfe darf nicht dazu führen, dass er aus seiner Verantwortung entlassen wird. Andernfalls versagt die Steuerungsfunktion des Marktes was zu Wohlstandseinbussen führen muss.

Die Schweizer Stimme im IWF sollte sich von folgenden Überlegungen leiten lassen: Der IWF hat sich auf den Bereich der Währungspolitik zu konzentrieren und marktwirtschaftliche Grundsätze zu befolgen. Er soll Beratung und Kredithilfe in ausgewogener Weise verbinden und soziale und ökologische Anliegen angemessen berücksichtigen. Hilfe von aussen kann nur Hilfe zur Selbsthilfe sein.