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Die Bauwirtschaft in der Gesamtwirtschaft

Plenarversammlung der Schweizerischen Bauwirtschaftskonferenz, Bern, 12.11.1998

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Auch heute, anderthalb Jahre nach Einsetzen des Konjunkturaufschwungs, gehen vom Bausektor nur geringe Impulse aus. Damit fehlt nach wie vor eine wichtige Antriebskraft. Die heutigen Probleme wurzeln zum grossen Teil in der konjunkturellen Überhitzung der achtziger Jahre. Neben realen Faktoren trug auch die Geldpolitik der Nationalbank zu dieser Fehlentwicklung bei, indem die SNB vor allem aus Rücksicht auf die Wechselkursentwicklung von einer Straffung der Geldpolitik absah. Die darauffolgende restriktive Geldpolitik zu Bekämpfung der Inflation führte zu einem Einbruch der Baunachfrage und zu einer scharfen Preiskorrektur am Immobilienmarkt. Die Neubeurteilung der Risiken am Immobilienmarkt, aber auch strukturelle Veränderungen in der Nachfrage nach Immobilien sowie der Abbau von Regulierungen waren wichtige Ursachen für die hartnäckige Baurezession der neunziger Jahre.

Die hohen Kosten der Inflationsbekämpfung unterstreichen die Bedeutung eines angemessenen monetären Umfeldes. Zur Beurteilung der künftigen Teuerung muss auf eine Vielzahl möglichst zukunftsweisender Indikatoren abgestellt werden. Dazu gehören auch die Preise von Immobilien. Die monetären Rahmenbedingungen bilden heute eine gute Voraussetzung für die Erholung der Bauwirtschaft und das Einschwenken auf einen langfristig tragbaren Wachstumstrend. Die Nationalbank muss sicherstellen, dass der hohe Grad an Preisstabilität erhalten bleibt. Damit schafft sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten optimale Voraussetzungen für die Investitionstätigkeit und trägt so zu einer ausgewogenen Entwicklung der Bauwirtschaft bei.