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Gedanken zu aktuellen geld- und währungspolitischen Fragen

Bayerischer Bankenabend, München, 27.10.1998

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Das Referat diskutiert aktuelle Aspekte der schweizerischen Geldpolitik. Insbesondere werden dabei die grundsätzliche Ausrichtung und die operationelle Umsetzung der schweizerischen Geldpolitik sowie der Einfluss der Einführung der Europäischen Währungsunion auf die Politik der Nationalbank erörtert.

Die fundamentale Ausrichtung der Geldpolitik auf die Erhaltung der Preisstabilität stellt den grösstmöglichen Beitrag der Nationalbank zur langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz dar. Eine verfassungsmässig abgesicherte Unabhängigkeit verbunden mit einem klaren Auftrag bietet die grösste Gewähr, dass die Nationalbank langfristig Preisstabilität aufrechterhalten kann.

Die flexible Geldmengenstrategie der Schweizerischen Nationalbank hat viele Gemeinsamkeiten mit einer Inflationszielstrategie. Die flexible Geldmengenstrategie hat den Vorteil, dass sie auch den operationellen Rahmen der Geldpolitik festlegt und somit die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik erhöhen kann. Die Strategie der Nationalbank ist auch genügend flexibel, um in der kurzen Frist adäquat auf Störungen zu reagieren.

Beim Übergang zur Europäischen Währungsunion ist mit einem stabilen Euro zu rechnen. Die Schweizerische Nationalbank wird deshalb ihre autonome Geldpolitik mit dem vorrangigen Ziel der Preisstabilität fortsetzen.