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Der Euro: Einfluss auf schweizerische Klein- und Mittelbetriebe

Fachhochschule Aargau, Windisch, 10.09.1998

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Die Schweiz ist mit dem künftigen Euro-Gebiet wirtschaftlich stark verflochten: Gut fünfzig Prozent der Exporte gehen in die Euro-Länder und siebzig Prozent der Einfuhren stammen von dort. Bisher hatten schweizerische Exporteure einen Risikoausgleich, weil sich die Währungen der einzelnen Länder oft unterschiedlich bewegten. Da es in Zukunft nur noch eine Währung in den elf Ländern gibt, stehen die Exporteure einer Art Klumpenrisiko gegenüber. Das gilt vor allem für die kleinen und mittleren Unternehmen, die von der Schweiz aus operieren, während die Grossen vielfach auch im Euro-Raum selber produzieren.

Für die kleinen und mittleren Exporteure ist deshalb von entscheidender Bedeutung, ob der Euro eine starke oder schwache Währung sein wird. Heute zweifelt niemand daran, dass die neue Währung einen "Bilderbuchstart" haben wird. Die Bewährungsprobe kommt jedoch erst später.

Im schweizerischen Alltag wird der Euro zweifellos auch präsent sein, wenn ab Mitte 2002 Euro-Noten ausgegeben werden. Er wird den Franken aber keineswegs verdrängen. Wenn Exportunternehmer mitunter sagen, sie würden gezwungen sein, den Euro an schweizerische Zulieferer - also kleine und mittlere Unternehmen - weiterzugeben oder die Löhne in Euro zu bezahlen, gehen sie offenbar von der stillschweigenden Voraussetzung aus, der Euro werde eine schwache Währung sein. Ist der Euro hingegen stark, haben sie keine Veranlassung, die neue Währung wie eine heisse Kartoffel weiterzugeben. Für ein Szenario, dass der Euro eine Schwachwährung sein werde, spricht derzeit jedoch nichts.