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Eröffnungsansprache an der Generalversammlung

Generalversammlung der Schweizerischen Nationalbank vom 24. April 1998, 24.04.1998

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Der Präsident des Bankrats, Jakob Schönenberger, befasste sich in seiner Eröffnungsansprache mit dem Strukturwandel im schweizerischen Bankgewerbe. Er wies auf die Abschaffung kartellistischer Praktiken und die Abschwächung der Konjunktur Ende der achtziger Jahre hin. Diese liessen ungesunde Strukturen, die sich in der Wirtschaft und im Bankgewerbe herangebildet hatten, sichtbar werden. Besonders schwerwiegend wirkte sich der drastische Rückgang der Immobilienpreise aus, der die Banken in den Jahren 1991 bis 1996 zu Abschreibungen auf inländischen Krediten im sehr hohen Betrag von 42 Mrd. Franken und zu schmerzhaften Korrekturen der Geschäftspolitik zwang.

Auch mit der Fusion der UBS Schweizerische Bankgesellschaft und des Schweizerischen Bankvereins wird der Strukturwandel auf dem Finanzplatz Schweiz nicht beendet sein. Der Bankratspräsident wies schliesslich darauf hin, dass die hohe Kadenz des Wandels im Finanzsektor nicht nur die Banken, sondern auch die in diesem Bereich tätigen Behörden vor grosse Herausforderungen stellt. Wie die Finanzkrise in Asien erneut zeigte, muss bei der Gestaltung der staatlichen Rahmenbedingungen den Marktkräften genügend Raum zur Entfaltung ihrer disziplinierenden Wirkung gelassen werden. Nur ein den Marktkräften ausgesetzter Finanzsektor vermag dauerhaft zum Wohlstand beizutragen.