Drucken

Fragen und Antworten zu den Banknoten

Wer darf in der Schweiz Banknoten ausgeben?

Das Recht zur Ausgabe der Schweizer Banknoten steht gemäss Bundesverfassung allein dem Bund zu (Art. 99 der Bundesverfassung). Der Bund seinerseits hat das Recht zur Ausgabe der schweizerischen Banknoten (Notenmonopol) der Schweizerischen Nationalbank übertragen (Art. 4 des Bundesgesetzes über die Schweizerische Nationalbank, NBG). Die Nationalbank gibt Banknoten nach den Bedürfnissen des Zahlungsverkehrs aus und nimmt abgenutzte, beschädigte und infolge saisonaler Schwankungen überschüssige Noten zurück. Gedruckt werden die Banknoten im Auftrag der Nationalbank bei der Orell Füssli Sicherheitsdruck AG.

Mit welchen Banknoten kann ich in der Schweiz bezahlen?

Als gesetzliches Zahlungsmittel gelten gemäss Art. 2 des Bundesgesetzes über die Währung und die Zahlungsmittel (WZG) die von der Nationalbank ausgegebenen Banknoten. Bei den Banknoten sind 1000er-, 200er-, 100er-, 50er-, 20er- und 10er-Noten in Umlauf. Zwischen April 2016 und 2019 findet eine schrittweise Ablösung der heutigen 8. Serie durch die neue, 9. Banknotenserie, statt. Die Noten der 8. Banknotenserie behalten alle bis auf Weiteres ihre Gültigkeit. Sämtliche Informationen zur neuen Notenserie finden sich unter der Rubrik Die neue Banknotenserie. In der Schweiz akzeptieren viele Geschäfte auch Euro-Banknoten als Zahlungsmittel. Banknoten, die auf Schweizer Franken lauten, müssen unbeschränkt an Zahlung genommen werden (Art. 3 WZG), falls kein anderes Zahlungsmittel vertraglich vereinbart wurde.

Wie viele Noten befinden sich in Umlauf?

Im Jahr 2015 betrug der durchschnittliche Notenumlauf 406,5 Mio. Stück im Wert von 67,4 Mrd. Franken. Eine Übersicht über den Umlauf der einzelnen Notenabschnitte findet sich unter Der Notenumlauf.

Wie viele Banknoten gibt die Nationalbank pro Jahr aus, und wie viele nimmt sie zurück?

Im Jahr 2015 wurden 421 Mio. Noten ausgegeben und 409 Mio. Noten zurückgenommen. Dabei setzte die Nationalbank 107,7 Mio. druckfrische Noten in Umlauf. Weitere Informationen finden sich unter Ausgabe und Rücknahme von Banknoten.

Nimmt der Bargeldbedarf ab, weil immer mehr bargeldlos mit Debit-, Kredit-, Cash-Karten usw. bezahlt wird?

Bargeld (dazu zählen neben Banknoten auch Münzen) erfüllt hauptsächlich zwei Funktionen: Es wird als Zahlungsmittel und als Wertaufbewahrungsmittel verwendet und steht somit im Wettbewerb mit anderen Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmitteln. Bargeld ist gesetzliches Zahlungsmittel, einfach im Gebrauch und jedermann zugänglich. Bargeld ist damit ein wichtiges Element einer funktionierenden Volkswirtschaft. Neben Bargeld werden auch bargeldlose Zahlungsmittel eingesetzt, die in den letzten Jahrzehnten starke Zuwachsraten verzeichneten. Auch der Bargeldumlauf wuchs im gleichen Zeitraum weiter, wenn auch in geringerem Ausmass. Seit Ausbruch der Finanzkrise hat die Bargeldnachfrage allerdings wieder stärker zugenommen. Dies wird durch das tiefe Zinsniveau und durch eine erhöhte Bargeldhaltung aufgrund des Krisenumfelds begünstigt.

Wie hoch sind die Herstellkosten einer Banknote?

Die Herstellkosten einer Banknote (Entwicklung, Papier und Druck) betragen bei den Noten der neuen Serie im Durchschnitt rund 40 Rappen.

Wie lange ist die aktuelle 8. Banknotenserie noch gültig?

Die Noten der 8. Serie gelten bis auf Weiteres als gesetzliches Zahlungsmittel und können ohne Einschränkung weiterverwendet werden. Nach der Emission des letzten Notenwerts der neuen 9. Serie wird die Nationalbank einen Rückruf der Noten der bisherigen Serie ankündigen.

Was bedeutet eigentlich "Die Nationalbank ruft Banknoten zurück"?

Zurückgerufene Banknoten sind kein offizielles Zahlungsmittel mehr. Sie können aber noch während 20 Jahren nach Rückruf bei der Nationalbank zum vollen Nennwert umgetauscht werden. Die Ende der 1970er-Jahre ausgegebene 6. Banknotenserie (die Vorgängerserie der Banknoten der 8. Serie) wurde per 1. Mai 2000 zurückgerufen und ist somit noch bis zum 30. April 2020 umtauschbar. Danach sind die Noten wertlos oder weisen allenfalls einen Sammlerwert auf. Den Gegenwert von Noten, die nicht umgetauscht werden, überweist die Nationalbank dem Schweizerischen Fonds für Hilfe bei nicht versicherbaren Elementarschäden (Art. 9 WZG). Die Noten der 8. Banknotenserie wird die Nationalbank erst nach der Ausgabe des letzten Notenwerts der neuen 9. Serie zurückrufen.

Wie und wo kann ich Banknoten aus älteren Serien umtauschen?

Banknoten, die zurückgerufen, aber noch nicht für wertlos erklärt worden sind, können bei den Kassenstellen oder Agenturen der Nationalbank umgetauscht werden. Nähere Informationen liefert das Merkblatt zum Umtausch von zurückgerufenen Banknoten.

Handelt die Nationalbank mit für wertlos erklärten Banknoten?

Für wertlos erklärte Banknoten sind keine offiziellen Zahlungsmittel mehr, haben aber möglicherweise noch Sammlerwert. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage sowie dem Zustand der Noten (die Nationalbank selber nimmt keine Wertschätzungen vor). Im Unterschied zu Numismatikern, Antiquitätengeschäften oder Banken mit einer numismatischen Abteilung handelt die Nationalbank nicht mit solchen Banknoten.

Kann ich beschädigte Banknoten bei der Nationalbank umtauschen?

Die Nationalbank ersetzt beschädigte Banknoten, wenn sich deren Seriennummer erkennen lässt. Zudem muss der Inhaber der Banknote einen Teil vorweisen, der grösser ist als die Hälfte, oder er beweist, dass der fehlende Teil der Note zerstört wurde. Weitere Informationen finden sich im Merkblatt zum Umtausch von beschädigten Banknoten.

Kann ich bei der Nationalbank Fremdwährungen umtauschen?

Nein, bei der Nationalbank können keine Fremdwährungen gekauft oder verkauft werden.

Wie lange ist eine Banknote in Gebrauch, bevor sie vernichtet wird?

Grosse Noten haben in der Regel eine längere Lebenserwartung als kleine Noten. Dies ist auf ihren Verwendungszweck zurückzuführen: Grosse Noten werden häufiger für die Wertaufbewahrung verwendet, kleine Noten dienen in erster Linie als Zahlungsmittel und werden deshalb stark beansprucht. Die 200er- und 100er-Noten weisen eine Lebensdauer von durchschnittlich vier Jahren auf, die 50er-, 20er- und 10er-Noten müssen bereits nach zwei bis drei Jahren ersetzt werden. Die Lebenserwartung einer 1000er-Note ist höher als 10 Jahre. Im Jahr 2015 wurden von den auf Echtheit und Qualität geprüften Noten rund 16,9% vernichtet. Das entsprach 70,8 Mio. beschädigten oder zurückgerufenen Noten. Weitere Informationen finden sich unter Verarbeitung und Vernichtung.

Wie kann ich vermeiden, Falschgeld zu erhalten?

Am besten schützt man sich, wenn man sich mit der Notengestaltung und den Sicherheitsmerkmalen genau bekannt macht. Auf der Note befinden sich verschiedene Sicherheitsmerkmale, die ohne Hilfsmittel überprüft werden können. Informationen dazu finden sich für die Noten der 8. Serie unter Sicherheitsmerkmale, für die Noten der neuen 9. Serie unter Sicherheitskonzept.

Wie fälschungssicher sind die Banknoten?

In der Schweiz werden pro Jahr rund 3000 bis 4000 falsche Banknoten beschlagnahmt. Dies entspricht 10 bis 15 Fälschungen pro Million Schweizer Noten im Jahr, womit die Anzahl der sichergestellten Fälschungen im internationalen Vergleich bescheiden ausfällt. Informationen zu Falschgeldfällen finden sich auf der Website des Bundesamtes für Polizei (www.fedpol.admin.ch).

Was kann ich tun, wenn ich Falschgeld erhalte?

Falsche Noten oder Münzen sollten bei entsprechendem Verdacht beim nächsten Polizeiposten zur Überprüfung vorgelegt werden. Wer Falschgeld in Umlauf bringt, macht sich strafbar.

Darf ich Banknoten für Werbezwecke reproduzieren?

Banknoten werden durch Bestimmungen im Schweizerischen Strafgesetzbuch (www.admin.ch) geschützt. Es ist verboten, Geld zu fälschen oder zu verfälschen, um es als echt oder zu einem höheren Wert in Umlauf zu setzen. Ebenso ist es verboten, Falschgeld einzuführen, zu erwerben, zu lagern oder in Umlauf zu setzen. Auch die Reproduktion von Banknoten zu Werbezwecken ist eingeschränkt. Die Wiedergabe und Nachahmung darf keine Verwechslungsgefahr mit Originalnoten schaffen. Im Merkblatt über die Reproduktion von Banknoten sind Beispiele von Reproduktionen aufgelistet, bei denen keine Verwechslungsgefahr mit Originalnoten besteht. Die Nationalbank stellt für Werbe- und Ausbildungszwecke leihweise digitale Bilder von Musternoten in einer Auflösung von 150 dpi mit einer Aufschrift "SPECIMEN" zur Verfügung. Gesuche sind mit Angabe des Verwendungszwecks an folgende Adresse zu richten:

Schweizerische Nationalbank
Bereich Bargeld
Bundesplatz 1
CH-3003 Bern
bargeld@snb.ch

Warum müssen Banknotenserien ersetzt werden?

Die Nationalbank will eine hohe Sicherheit ihrer Banknoten gewährleisten. Da die technologische Entwicklung rasch voranschreitet, muss sich die Nationalbank auf diesem Gebiet immer wieder einen Vorsprung erarbeiten, damit Fälschungen möglichst keine Chance haben. Zudem werden die bisher banknotentypischen Sicherheitsmerkmale heute auch für Sicherheitsdokumente, Medikamente und Markenartikel verwendet, weshalb neue Elemente für die Banknotensicherheit entwickelt werden müssen.

Wann kommen die nächsten Notenwerte der neuen Banknotenserie?

Nach der im April 2016 erfolgten Emission der neuen 50er-Note ist die Ausgabe der 20er-Note für das Frühjahr 2017 geplant. Die übrigen Stückelungen der neuen Serie werden im Anschluss daran mit einem Abstand von einem halben oder einem Jahr emittiert. Zuerst die 10er-, dann die 200er- und danach die 1000er-Note. Den Abschluss wird die 100-Franken-Note machen. Die Ausgabe der ganzen Serie soll im Jahr 2019 abgeschlossen sein.