Das Hauptinstrument der Nationalbank für die Geldversorgung und die Steuerung des Libors ist das Repo-Geschäft (Repo = repurchase agreement). Um die Liquidität zu erhöhen und den Libor zu senken, kauft die Nationalbank von einer Geschäftsbank Wertschriften und schreibt den Gegenwert auf deren Girokonto gut. Gleichzeitig verpflichtet sich die Geschäftsbank, diese Wertschriften zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Für die Dauer des Geschäfts erhält die Geschäftsbank einen gedeckten Frankenkredit, für den sie einen Zins bezahlt (Repo-Zins).
Neben dem Repo-Geschäft verfügt die Nationalbank über weitere geldpolitische Instrumente, um den Libor zu steuern, den Geldmarkt mit Liquidität zu versorgen und die Risikoprämien am Geld- und Kapitalmarkt zu beeinflussen. Dazu gehören Devisenswaps, Käufe von Devisen und der Erwerb von Frankenobligationen privater inländischer Schuldner. Diese Instrumente kommen vor allem in aussergewöhnlichen Situationen zum Einsatz. Eine solche Situation ist beispielsweise gegeben, wenn sich die kurzfristigen Zinsen nahe bei null befinden und die Geldpolitik weiter stark gelockert werden soll.
Die Nationalbank emittiert regelmässig eigene verzinsliche Schuldverschreibungen. Dies ermöglicht ihr, Liquidität wenn nötig in grossem Umfang abzuschöpfen, und erhöht damit ihre Flexibilität bei der Liquiditätssteuerung.