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Berichterstattung über die Geldpolitik 2009
Vorbemerkung
Zinsentscheide
Herausforderungen der Geldpolitik im Jahr 2009
Unterstützung der Wirtschaft
Abwendung der Deflationsgefahr
Gewährleistung der Preisstabilität
Lagebeurteilung vom 12. März
Lagebeurteilung vom 18. Juni
Lagebeurteilung vom 17. September
Geldpolitische Lagebeurteilung vom 10. Dezember
Geldpolitische Lagebeurteilung vom 10. Dezember
Seit der Lagebeurteilung vom September hatten sich die Anzeichen einer Erholung der globalen Wirtschaftsaktivität verstärkt. Die Normalisierung der Bedingungen an den Finanzmärkten und die monetären und finanzpolitischen Impulse hatten die Produktion in der verarbeitenden Industrie angekurbelt. In zahlreichen Ländern verharrte indessen die Kapazitätsauslastung auf einem tiefen Niveau und der Zugang zu Krediten blieb schwierig. Auch musste angenommen werden, dass die gedrückte Lage auf dem Arbeitsmarkt den Konsum weiterhin belasten würde. Die Nationalbank hielt deshalb an ihrer Wachstumsprognose für die USA fest, während sie diejenige für Europa leicht nach unten korrigierte (2010: 1,1%).
Auch die schweizerische Wirtschaft befand sich zum Zeitpunkt der Lagebeurteilung auf dem Weg der Besserung, nachdem das BIP im dritten Quartal gestiegen war. Die Exporte profitierten von der Erholung der globalen Nachfrage, so dass man davon ausgehen konnte, dass sich auch die Lage in der verarbeitenden Industrie verbessern würde. Angesichts der Unterauslastung der Produktionskapazitäten konnte dagegen vorderhand nicht mit einer Belebung der Ausrüstungsinvestitionen gerechnet werden. Ausserdem war davon auszugehen, dass die nur schwach steigenden Einkommen das Konsumwachstum bremsen würden. Für das Jahr 2010 rechnete die Nationalbank mit einer Zunahme des BIP in der Höhe von 0,5% bis 1%, nach einem Rückgang von schätzungsweise 1,5% im Jahr 2009.
Die Notenbankgeldmenge, die bis im April 2009 kräftig gewachsen war, bildete sich weiter zurück, während die Geldmengen M1 und M2 bis zum Zeitpunkt der Lagebeurteilung stark wuchsen. Auch das Wachstum von M3 zog an, nachdem es lange Zeit moderat geblieben war. Diese Entwicklung liess sich mit der gestiegenen Präferenz des Publikums für liquide Vermögensanlagen erklären und stellte damit keinen Grund zur Besorgnis dar.
Das Wachstum der Hypothekarkredite stieg in den Monaten vor der Lagebeurteilung bis auf 5,1%. Auch wenn der Zuwachs bei den anderen Krediten etwas schwächer ausfiel, konnte von einer Kreditverknappung in der Schweiz nach wie vor keine Rede sein.
Der exportgewichtete Aussenwert des Frankens war seit der letzten Lagebeurteilung leicht gestiegen, hauptsächlich als Folge des schwächeren US-Dollars. Gegenüber dem Euro hingegen blieb der Franken weiterhin stabil.
Die Inflation war zum Zeitpunkt der Lagebeurteilung immer noch negativ. Sie wurde in starkem Mass durch die Schwankungen der Erdölpreise und den damit verbundenen Basiseffekt bestimmt. Die Konjunkturaussichten deuteten indessen auf eine positive Inflation ab Anfang 2010 hin.
Vor diesem Hintergrund beschloss die Nationalbank, das Zielband für den Dreimonats-Libor unverändert bei 0,0%–0,75% zu belassen und den Libor bei 0,25% zu halten. Die Wirtschaft sollte weiterhin grosszügig mit Liquidität versorgt werden, doch gab die Nationalbank bekannt, den Kauf von Frankenobligationen privater inländischer Schuldner einzustellen. Zudem würde sie einer übermässigen Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro weiterhin entschieden entgegenwirken. Die Nationalbank warnte überdies sowohl die Banken als auch die Unternehmen und privaten Haushalte vor den Risiken, die eine nachlassende Disziplin bei der Immobilienfinanzierung mit sich bringen würde.
Die zum Zeitpunkt des geldpolitischen Entscheids veröffentlichte Inflationsprognose beruhte auf einem Dreimonats-Libor von 0,25%. Die Inflation nahm kurzfristig zu. Dies war auf den Basiseffekt zurückzuführen, der sich daraus ergab, dass der Erdölpreis vor Jahresfrist einen Tiefststand erreicht hatte. Die Prognose deutete darauf hin, dass die Teuerung im weiteren Verlauf von 2010 wieder nachlassen würde, obschon mit einem steigenden Wirtschaftswachstum gerechnet wurde. Ab Anfang 2011 wies die prognostizierte Teuerung indessen klar nach oben und übertraf in der ersten Jahreshälfte 2012 die Marke von 2%. Dies deutete darauf hin, dass eine Anhebung des Libors früher oder später nötig werden würde.