In den Wochen nach dem Zinsentscheid vom September verschärfte sich die internationale Finanzkrise. Dies zeigte sich insbesondere in höheren Risikoprämien, die den Dreimonats-Libor von 2,75% auf über 3% ansteigen liessen. Darüber hinaus hatte die Finanzkrise mittlerweile spürbare Folgen für die Weltkonjunktur. So verlangsamte sich die Wirtschaftsaktivität in den USA und in Europa stärker als bei der Lagebeurteilung vom September angenommen.
Es war klar, dass diese Entwicklung auch die Schweizer Wirtschaft, insbesondere die Exportindustrie, treffen würde. Die Nationalbank ging deshalb davon aus, dass das Wirtschaftswachstum 2009 tiefer ausfallen würde, als noch im September erwartet worden war. Gleichzeitig hatten sich infolge der Konjunkturverschlechterung und des markanten Rückgangs der Erdölpreise die Inflationsaussichten verbessert, was eine sofortige Lockerung der Geldpolitik erlaubte.
In dieser Situation beschloss die Nationalbank am 8. Oktober 2008, ihre Geldpolitik zu lockern und eine Senkung der Geldmarktbedingungen um 50 Basispunkte zu bewirken. Sie strebte einen Rückgang des Dreimonats-Libors von 3% – dem ungefähren Niveau zum Zeitpunkt des Zinsentscheids – auf 2,5% an und legte zu diesem Zweck das Zielband auf 2,0%–3,0% fest. Sie handelte dabei in Absprache mit weiteren Zentralbanken (Bank of Canada, Bank of England, EZB, Federal Reserve und Schwedische Reichsbank) und mit der Unterstützung der Bank von Japan.