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Berichterstattung über die Geldpolitik 2008
Vorbemerkung
Zinsentscheide
Geldpolitische Herausforderungen
Gestiegende Erdölpreise
Verschärfung der Finanzkrise
Lagebeurteilung vom 13. März
Lagebeurteilung vom 19. Juni
Lagebeurteilung vom 18. September
Ausserordentlicher Zinsentscheid vom 8. Oktober
Ausserordentlicher Zinsentscheid vom 6. November
Ausserordentlicher Zinsentscheid vom 20. November
Geldpolitische Lagebeurteilung vom 11. Dezember
Geldpolitische Lagebeurteilung vom 11. Dezember
Zum Zeitpunkt der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung im Dezember hatte sich das internationale Umfeld gegenüber der Einschätzung vom September grundlegend verändert. Die Krise im Finanzsektor hatte sich nun auch auf die übrige Wirtschaft ausgeweitet und die fortgeschrittenen Volkswirtschaften waren praktisch gleichzeitig in eine Rezession geraten. Mit dem Rückgang der weltweiten Nachfrage waren überdies die Erdöl-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise eingebrochen. Vor diesem Hintergrund verschlechterten sich die Wachstumsaussichten in den USA und in Europa weiter.
Die Nationalbank rechnete damit, dass diese Entwicklungen die Schweizer Wirtschaft mit voller Wucht treffen und in den kommenden Quartalen alle Nachfragekomponenten ausser dem Konsum zurückgehen würden. Sie ging davon aus, dass der Einbruch der Auslandnachfrage sich auf die Exporte, insbesondere von Investitionsgütern, übertragen würde. Auch war mit einem überdurchschnittlich starken Rückgang der Investitionstätigkeit zu rechnen. Demgegenüber prognostizierte sie für den Konsum ein abgeflachtes Wachstum, gestützt insbesondere durch den Teuerungsrückgang. Alles in allem erwartete die Nationalbank, dass das BIP im Jahr 2009 um 0,5% bis 1% sinken würde.
Was die Kreditentwicklung betraf, so wuchsen die Hypothekarkredite in einem ähnlichen Ausmass wie bei der vorangegangenen Lagebeurteilung. Auf die übrigen Kredite hatte die Finanzkrise bis zum Zeitpunkt der Lagebeurteilung keine Auswirkungen. Von einer Kreditverknappung konnte daher keine Rede sein. Als Folge der sinkenden Zinssätze hatte sich zwar das Wachstum der Geldaggregate beschleunigt. Dies stellte indessen kein Inflationsrisiko dar, da die starke Nachfrage nach Liquidität vor allem auf Vorsichtsmotive zurückzuführen war.
Trotz der drei im Oktober und November beschlossenen Zinsschritte bestanden infolge der verschlechterten Konjunkturaussichten und des Einbruchs bei den Erdölpreisen kaum mehr Inflationsrisiken. Für das Jahr 2009 musste sogar während einiger Monate mit negativen Inflationsraten gerechnet werden. In dieser Situation beschloss das Direktorium am 11. Dezember 2008, das Libor-Zielband erneut um 50 Basispunkte zu senken und auf 0,0%–1,0% festzulegen.
Die zum Zeitpunkt des geldpolitischen Entscheids veröffentlichte Inflationsprognose beruhte auf einem Dreimonats-Libor von 0,5%. Sie sagte voraus, dass die Inflation bereits im vierten Quartal 2008 wieder unter die 2%-Marke zu liegen kommen würde. Gemäss Prognose würde sie bis Ende 2010 sinken, abgesehen von einem kurzen Anstieg im vierten Quartal 2009 aufgrund eines von der Erdölpreisentwicklung hervorgerufenen Basiseffekts. Die Nationalbank prognostizierte eine Inflation von 0,9% für das Jahr 2009 und von 0,5% für das Jahr 2010. Die leicht anziehende Teuerung am Ende des Prognosehorizonts erklärte sich damit, dass ein Libor-Satz von 0,5% nicht einem Niveau entspricht, das mittel- und langfristig Preisstabilität gewährleisten kann.