Das Direktorium der Nationalbank führt vier Mal im Jahre – im März, Juni, September und Dezember – eine ordentliche geldpolitische Lagebeurteilung durch, die jeweils in einen Zinsentscheid mündet. In bestimmten Situationen werden Zinsänderungen auch ausserhalb der ordentlichen Termine beschlossen, was aber im abgelaufenen Jahr nicht der Fall war.
An der vierteljährlichen Lagebeurteilung im Dezember 2003 war die Nationalbank für 2004 von einem zunehmend breiter abgestützten Wirtschaftswachstum in der Schweiz von 1,5% bis 2% ausgegangen. Unter der Annahme eines unveränderten und in den nächsten drei Jahren konstanten Dreimonats-Libor von 0,25% prognostizierte sie eine durchschnittliche Jahresteuerung von 0,4% im Jahre 2004, von 1,0% im Jahre 2005 und von 2,3% während des Jahres 2006. Allerdings wies die SNB darauf hin, dass der Wirtschaftsaufschwung noch nicht vollständig gesichert sei. Das Direktorium beliess das Zinsband für den Dreimonats-Libor unverändert bei 0% bis 0,75%, bei einem angestrebten Dreimonats-Libor von 0,25%. Der Zeitpunkt für die Schliessung der seit Mitte 2001 negativen Outputlücke rückte indessen näher, was sich in einem prognostizierten Anstieg des Teuerungsdrucks ab Mitte 2005 manifestierte. Es zeichnete sich ab, dass die seit zwei Jahren äusserst expansive Geldpolitik allmählich korrigiert werden musste. Das Zinsband blieb vorerst jedoch unverändert.
