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Fragen und Antworten zum Thema Geldpolitik
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| Was bedeutet eigentlich ein «starker» Franken? |
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Auch Währungen können gekauft oder verkauft werden. Den Preis einer Währung bestimmen Angebot und Nachfrage. Wenn der Franken bei ausländischen Käufern sehr begehrt ist, müssen sie für eine bestimmte Summe Franken mehr von ihrer eigenen Währung hergeben. «Stark» ist der Franken dann, wenn sein Preis gegenüber anderen Währungen, also sein Wechselkurs, über längere Zeit verhältnismässig hoch bleibt.
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| Warum kostet ein Fläschchen Mineralwasser heute Fr. 3.70 und nicht mehr wie früher Fr. 1.20? |
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Ein Grund für den Preisanstieg könnte sein, dass Mineralwasser seltener wurde. Das war wohl kaum der Fall. Verantwortlich ist die anhaltende, leichte Geldentwertung während der letzten Jahrzehnte. Sie ist eigentlich unerwünscht, aber nicht immer vermeidbar. Und solange die Löhne stärker steigen als die Preise, nimmt der allgemeine Wohlstand trotzdem zu: Auch wenn die Preise für viele Güter heute höher sind, müssen wir weniger lange dafür arbeiten.
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| Hätte eine einzige Währung für die ganze Welt Vorteile? |
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Manches wäre dann vielleicht einfacher! Aber wer würde dafür sorgen, dass diese Währung ihren Wert behält? Unterschiedliche Währungen lassen sich aneinander messen und können in diesem Wettbewerb ihre Qualitäten unter Beweis stellen.
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| Warum ist der Dollar eine so wichtige Währung? |
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Der Dollar ist die Währung der bedeutendsten Volkswirtschaft der Welt, der USA. Der Dollar wird in vielen Ländern als Zweitwährung verwendet und spielt auch eine wichtige Rolle bei internationalen Zahlungen und Verrechnungen.
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| Wäre es nicht toll, wenn alles immer billiger würde? |
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Wer kauft heute schon etwas, von dem er weiss, dass es morgen billiger ist? Ein ständiger Rückgang der Preise würde die Wirtschaft lähmen. Bei andauernd sinkenden Preisen müssten zudem auch die Löhne sinken - eine Spirale, bei der es nur Verlierer gibt. Sie wird Deflation genannt und muss von den Zentralbanken ebenso bekämpft werden wie Inflation.
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| Kann die Nationalbank die Börse beeinflussen? |
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Direkt kann sie das nicht, und sie sollte es auch nicht versuchen. Dennoch wirken sich geldpolitische Massnahmen manchmal auf die Börse aus: Die Börse reagiert unter anderem auf Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Erhöht die Nationalbank die Zinsen, weil sich eine Inflation abzeichnet, wird die Wirtschaft gebremst und die Börse zeigt sich eher schwach. Umgekehrt können niedrige Zinsen die Wirtschaft beleben, was oft frischen Wind an die Börse bringt.
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| Beeinflusst die Wirtschaft die Nationalbank? |
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Es gibt immer wieder Entwicklungen, die einzelne Wirtschaftszweige schwerer treffen als andere. So leidet zum Beispiel die Exportwirtschaft unter einer ausgeprägten Höherbewertung des Frankens, während etwa die Bauindustrie davon nahezu unberührt bleibt. In einer solchen Situation wird die Exportwirtschaft für eine Lockerung der Geldpolitik plädieren. Bei der Beurteilung, ob die Geldpolitik geändert werden soll, darf sich die Nationalbank aber nicht nur von den Anliegen eines einzelnen Wirtschaftszweiges leiten lassen, sondern sie muss die Lage der Gesamtwirtschaft im Auge behalten.
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| Warum versucht die Nationalbank nicht, die Inflation bei null zu halten? |
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Höhere Preise hängen nicht nur mit der Inflation zusammen: Produkte und Dienstleistungen können auch teurer werden, weil ihre Qualität besser geworden ist. Das lässt sich beim Messen der Inflation aber nicht immer genau berücksichtigen. Oft zeigt ein Teuerungsindex deshalb etwas mehr Teuerung an, als dies der Wirklichkeit entspricht. Die Nationalbank berücksichtigt dies, wenn sie «Preisstabilität» mit einer jährlichen Teuerungsrate von weniger als zwei Prozent gleichsetzt. Würde sie eine Teuerung von null Prozent anstreben, wäre die Geldversorgung meist zu knapp.
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| Kann die Nationalbank die Arbeitslosigkeit nicht einfach verhindern? |
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Arbeitslosigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann beispielsweise die Folge einer konjunkturellen Schwäche sein. In diesem Fall wird die Zentralbank die Geldpolitik lockern. Damit kurbelt sie die gesamtwirtschaftliche Nachfrage an und trägt dazu bei, dass die Arbeitslosigkeit wieder sinkt. Die Gründe für eine hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit liegen aber vielmals anderswo, z.B. bei einer zu starren Regulierung des Arbeitsmarktes. Hier kann die Geldpolitik nichts ausrichten. Gefordert sind vielmehr gesetzliche Reformen, welche die Schaffung von Arbeitsplätzen begünstigen.
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| Spricht die SNB ihre Geldpolitik mit ausländischen Zentralbanken ab? |
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Die Nationalbank richtet ihre Geldpolitik auf schweizerische Verhältnisse aus. Die Schweizer Wirtschaft ist aber stark vom Ausland abhängig. Die Nationalbank muss deshalb wissen, was ausländische Zentralbanken denken und wie sie handeln. Ein regelmässiger Informationsaustausch zwischen der Nationalbank und ausländischen Zentralbanken stellt dies sicher.
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| Führen andere Länder eine vergleichbare Geldpolitik? |
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Heute verfolgen die meisten Länder das Ziel der Preisstabilität und versuchen, der Wirtschaft ein ausgeglichenes Wachstum zu ermöglichen. Der frühere Glaube, man könne mit einer sehr grosszügigen Geldversorgung das Wirtschaftswachstum immer wieder ankurbeln, ohne dass Inflation entstehe, ist verflogen. Während sich die geldpolitischen Ziele stark angenähert haben, bestehen bei der praktischen Umsetzung der Geldpolitik allerdings Unterschiede.
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