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Spüren, was die Nationalbank macht

Wie die Nationalbank die Geldversorgung beeinflusst, spürt jeder von uns. Nehmen wir an, es geht den Menschen gut und das Geld sitzt ihnen locker in der Tasche. Viele Leute buchen Ferien, kaufen Autos, bauen Häuser. Vielleicht war die Wirtschaft aber auf eine so lebhafte Nachfrage gar nicht vorbereitet. Das Angebot ist deshalb knapp, und die Preise beginnen zu steigen. Die Inflationsprognose sagt für die nächsten Jahre eine Preissteigerung von mehr als zwei Prozent voraus. Deshalb beschliesst die Nationalbank, das Geld knapper zu machen. Sie verlangt von den Banken höhere Zinsen und setzt die Zielvorgaben für den Libor hinauf. Die Banken nehmen allmählich weniger von diesen teuren Krediten auf. Und sie verlangen auch selbst höhere Zinsen. Weil die Zinssätze höher sind, werden auch die Anlagen in Schweizer Franken attraktiver. Die Nachfrage nach Frankenanlagen nimmt zu, und der Preis des Frankens, der Wechselkurs, steigt. Schweizer Güter werden im Vergleich zu ausländischen Gütern teurer - dies verlangsamt die Exporte. Schon sehr bald spüren die Menschen die Verknappung des Geldes: Ferien werden verschoben, das alte Auto muss noch eine Weile halten, und der Bau des Hauses muss warten. Im Verhältnis zum Geldangebot gibt es wieder mehr Produkte und Dienstleistungen. Resultat: Der Anstieg der Preise ist gebremst.
 
Die Inflation im Deutschland der zwanziger Jahre
Die Geldpolitik der Nationalbank wirkt sich vielfältig auf die Wirtschaft aus: Sie beeinflusst die Zinsen und den Wechselkurs, in der Folge den Konsum, die Investitionen, die Exporte und schliesslich die Inflation.

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