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Warum ist Inflation schädlich? Nicht alle Einkommen steigen im Gleichschritt mit den Preisen. Viele Leute erleiden einen Kaufkraftverlust, zum Beispiel weil die Rente nicht voll an die Teuerung angepasst wird. Zu den Verlierern gehört auch derjenige, der einen Kredit für 5% gewährt und bei der Rückzahlung nach einem Jahr feststellen muss, dass das Preisniveau inzwischen um 10% gestiegen ist. Allgemein stehen die Schuldner bei einer Inflation auf der Gewinnerseite, die Sparer hingegen sind die Verlierer. Ausserdem beeinflussen Preise und Preiserwartungen die Entscheidungen von Unternehmen und Haushalten. Bei einer Inflation geraten die Preissignale durcheinander. Je schneller und höher die Inflation steigt, desto weniger kann das Geld seine Funktionen als Recheneinheit, Wertaufbewahrungsmittel und sogar als Zahlungsmittel erfüllen. Darunter leidet die gesamte wirtschaftliche Entwicklung.

Auch ein Rückgang des Preisniveaus, eine Deflation, hat schädliche Folgen. Sinken nämlich die Preise, und damit auch die Einkommen, so wirkt sich dies negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung aus: Anschaffungen werden verschoben, Produkte und Dienstleistungen sind immer schwieriger abzusetzen, und Schuldner werden zahlungsunfähig.

Die Nationalbank setzt sich Preisstabilität zum Ziel, weil Inflation und Deflation die Funktionen des Geldes einschränken, zu willkürlichen Einkommens- und Vermögensumverteilungen führen, die Märkte stören und das Wachstum beeinträchtigen.