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Die Welt der Nationalbank
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Geld ist das vom Publikum akzeptierte Zahlungs- oder Tauschmittel. Es dient auch zur Wertaufbewahrung und als Recheneinheit. Geld kann in vielerlei Ausprägungen auftreten. Damit es allgemein Vertrauen geniesst, muss es im richtigen Masse knapp sein (Geldpolitik).
 
Am Geldmarkt werden Kredite und Guthaben mit einer kurzen Laufzeit (ein Tag bis zwölf Monate) gehandelt. Bei längeren Laufzeiten spricht man von Kapitalmarkt. Der Geldmarkt dient vor allem dem Ausgleich von Liquiditätsunterschieden zwischen den Banken (Liquidität). Zu den wichtigsten Teilnehmern am Geldmarkt gehören die Zentralbanken und die Banken.
 
Aus der gesamten Menge an Zahlungsmitteln in einer bestimmten Währung lassen sich verschiedene Geldmengen bilden. Je nachdem, wie rasch verschiedene Geldformen für Zahlungen verwendet werden können, werden sie der Geldmenge M0 bzw. den Geldmengen M1, M2 oder M3 zugeordnet.
 
Die Geldmenge M0 umfasst das von der Zentralbank geschaffene Geld. Sie wird in der Schweiz Notenbankgeldmenge genannt und besteht aus dem Notenumlauf sowie den Giroguthaben der Banken bei der Nationalbank. Die Geldmenge M0 wird manchmal auch als monetäre Basis bezeichnet. Auf die Geldmenge M0 hat die Nationalbank einen direkten Einfluss.
 
Neben der Notenbankgeldmenge M0 unterscheidet die Schweizerische Nationalbank drei weitere Geldmengen, nämlich M1, M2 und M3. Die Geldmenge M1 umfasst das Geld, das jederzeit als Zahlungsmittel eingesetzt werden kann: das umlaufende Bargeld und die auf Franken lautenden Sichteinlagen (Sichtgelder) bei den Banken und der Post. Die Geldmenge M2 besteht aus der Geldmenge M1 und zusätzlich aus den Spareinlagen in Schweizer Franken: Spargelder können innerhalb einer Rückzugslimite einfach und rasch in Bargeld umgewandelt werden. Die Geldmenge M3 besteht aus der Geldmenge M2 und zusätzlich aus den Termineinlagen in Schweizer Franken (Termingelder). Im Unterschied zur Notenbankgeldmenge bestehen die Geldmengen M1, M2 und M3 hauptsächlich aus Geld, das die Banken geschaffen haben (Geldschöpfung).
 
Die Geldpolitik umfasst jene Massnahmen, mit denen die Zentralbanken die Zinssätze am Geldmarkt und damit die Geldversorgung eines Landes steuern. Die meisten Zentralbanken, auch die Schweizerische Nationalbank, sind heute bestrebt, die Geldversorgung in ihrem Land so zu bemessen, dass die Preise möglichst stabil bleiben und die Wirtschaft ihre Wachstumsmöglichkeiten ausschöpfen kann.
 
Die Geschäfte, mit denen die Zentralbanken die Knappheitsverhältnisse bzw. die Zinssätze am Geldmarkt beeinflussen, bezeichnet man als geldpolitische Instrumente. Das wichtigste geldpolitische Instrument der Nationalbank ist das Repo-Geschäft. Weitere Instrumente sind der Devisenswap und die Engpassfinanzierungsfazilität (Repo-Geschäft zum Sondersatz).
 
Die Banken schaffen neues Geld, indem sie Kredite gewähren. Ihre Möglichkeiten, Geld zu schaffen, werden durch die gesetzlichen Vorschriften über die Mindestreserven und durch die Bereitschaft der Nationalbank, die Geldversorgung zu erhöhen oder zu verknappen, beeinflusst.
 
Damit die Wirtschaft funktionieren kann, muss sie mit Geld versorgt werden. Die Geldversorgung darf weder zu reichlich noch zu knapp sein, weil sonst die Gefahr von Inflation bzw. von Deflation droht (Geldpolitik). Die Steuerung der Geldversorgung erfolgt über das Bankensystem: Die Nationalbank versorgt die Banken mit Geld oder Liquidität, indem sie ihre geldpolitischen Instrumente einsetzt. Vom Bankensystem fliesst das Geld in die übrige Wirtschaft, wobei die Geldschöpfung der Banken eine zentrale Rolle spielt.
 
Siehe Kaufkraft des Geldes.
 
Siehe Banken.
 
Siehe Preisstabilität.
 
Die jährliche Generalversammlung der Aktionäre der Schweizerischen Nationalbank nimmt den Jahresbericht und die Jahresrechnung ab und beschliesst über die Verwendung des Reingewinns. Die Generalversammlung ist auch zuständig für die Wahl eines Teils der Mitglieder des Bankrates. Weil die Nationalbank eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft des Bundesrechts ist und einen öffentlichen Auftrag erfüllt, sind die Befugnisse der Generalversammlung geringer als bei anderen Aktiengesellschaften.
 
Siehe Nationalbankgewinn.
 
Guthaben, welche die Banken auf ihren Girokonten bei der Nationalbank halten. Die Guthaben bilden einen wesentlichen Teil der Liquidität im Bankensystem und werden am Geldmarkt gehandelt. Die Nationalbank beeinflusst die Höhe der Giroguthaben, indem sie den Zinssatz verändert, zu dem sie den Banken Kredite gewährt (geldpolitische Instrumente).
 
Ein Girokonto ist ein Bankkonto, über das Überweisungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr sowie Bareinzahlungen und -auszahlungen getätigt werden können.
 
Gold und andere Edelmetalle wurden früher als Zahlungsmittel verwendet, vor allem in Form von Münzen. Später diente Gold, weil es ein knappes Gut ist, als «Anker» von Währungen und zur Sicherung des Vertrauens in das Papiergeld: Lange Zeit waren die Zentralbanken verpflichtet, ihre Banknoten auf Wunsch gegen Gold einzulösen. Heute ist dies nicht mehr der Fall. Dennoch halten viele Länder - auch die Schweiz - weiterhin einen Teil ihrer Währungsreserven in Gold - für den Fall einer schweren Krise.